Aufsatz 
Monographie der geselligen Wespen mit besonderer Berücksichtigung der Nassauischen Species
Entstehung
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labium ſchlechthin) beſteht wieder aus 2 Theilen; ihre Baſis iſt hornartig, ſeitlich etwas zuſammen⸗ gedrückt, unten gekielt, inwendig röhrenartig ausgehölt, das Kinn(mentum) genannt; das Ende beſteht aus einem breiten, der Länge nach zuſammenlegbaren Blättchen, Zunge(lignla) genannt. Das Kinn hat am Ende jederſeits einen 4gliedrigen Taſter, ebenfalls fadenförmig. Die Geſtalt der Zunge iſt ſchon oben beſchrieben worden. Die Zunge kann röhrenförmig zuſammengelegt und auch ganz flach ausgebreitet werden. Sie dient, wie die Oberkiefer, nicht allein als Freß⸗ werkzeug, ſondern auch als Werkzeug beim Bauen des Neſtes.(Siehe weiter unten.)

§. 6. Flügel. Da die Zahl und Geſtalt der Flügelzellen und Flügeladern für die Beſtim⸗ mung der Genera in der Hymenopteren⸗Ordnung von Wichtigkeit iſt, ſo ſoll hier eine detaillirte Beſchreibung derſelben folgen. Sitz, Zahl und Beſchaffenheit der Flügel im Allgemeinen, ſowie ihre Lage in der Ruhe iſt ſchon oben angegeben. Die Vorderflügel ſchlagen ſich in der Ruhe mit ihrer inneren Hälfte längs der Mittelader um und umfaſſen ſo die Hinterflügel. Durch die Loupe betrachtet zeigen ſie auf ihrer Oberfläche eine Menge kleiner Härchen. Ihre dünne häutige Sub⸗ ſtanz iſt von hornartigen Adern durchzogen.

Die Adern(Nerven, Rippen,) ſind theils Längs⸗ theils Queradern; durch letztere werden jene mit einander verbunden. Die Adern bilden ganz oder theilweiſe begrenzte Felder, Zellen genannt. Von der Baſis der Vorderflügel gehen 4 Hauptadern aus, welche die Rand, ader(costa), Unterrandader(postcosta), Mittel⸗ und Analader heißen, wozu noch eine Ader am Innenrande kommt, in welche die am Vorderrande der Hinterflügel befindlichen Häkchen eingreifen und ſo beide Flügel mit einander verbinden. Die Randader bildet den Vorderrand des Flügels. Nicht weit hinter ihr zieht ſich die Unterrandader, unter allen Adern die ſtärkſte, von jener durch einen langen ſchmahlen Zwiſchenraum getrennt, welchen man gewöhnlich nicht zu den Zellen rechnet, zuweilen aber als Zelle betrachtet und dann Randzelle nennt. Beide Adern vereinigen ſich in einer hornartigen Stelle des Vorderrandes, Randmal(stigma, Carpus) genannt, bei den Wespen ziemlich nahe an der Spitze. Jenſeits des Randmales ſetzt ſich die Rand⸗ ader am Vorderrande fort; die Hinterrandader aber geht bogenförmig in den Flügel und wieder zurück nach dem Vorderrande. In dieſem bogenförmigen Verlaufe heißt ſie die Radialader und bildet mit der Randader eine längliche Zelle, die Radialzelle, nahe an der Flügelſpitze endigend. Die Mittelader geht in gerader Richtung mitten durch den Flügel und ſchickt einen Aſt ſchief nach oben in die Unterrandader, Mittelquerader genannt. Von dieſer Querader geht wieder eine Längsader aus, nahe unter ihrer Vereinigungsſtelle mit der Unterrandader, die Cubitalader. Dieſe bildet ohngefähr in der Mitte ihres Verlaufes einen Winkel, lauft bis dahin in gerader Richtung, dann aber etwas gebogen, faſt parallel mit der Radialader, faſt bis zum Hinterrande (ſo heißt der in der Ruhe nach hinten, im Fluge nach der Seite gerichtete Rand). Mit der Radialader ſteht ſie durch 3 Queradern, die Cubitalqueradern, in Verbindung. So bilden ſich unterhalb der Radialzelle 3 geſchloſſene Zellen in einer Längsreihe neben einander, die Cubital⸗ zellen. Neben der dritten liegt am Außenrande noch eine nicht ganz geſchloſſene Zelle oberhalb der Cubitalader, oft als vierte Cubitalzelle bezeichuet. Die erſte Cubitalzelle iſt größer als die zwei folgenden zuſammen, fünfeckig, ihre unterſte Seite am längſten, merklich länger als die Baſis der beiden folgenden zuſammen; auch die zweite Cubitalzelle iſt wegen eines vorſpringenden Winkels am innern Seitenrande fünfeckig; am Anfang ihrer Baſis macht ſie einen rechten oder etwas ſtumpfen