Aufsatz 
Monographie der geselligen Wespen mit besonderer Berücksichtigung der Nassauischen Species
Entstehung
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6 förmig ausgeſchnitten, und nehmen faſt die ganze Seite des Kopfes ein. Sie ſind gewölbt und aus ſehr vielen kleinen ſechseckigen Aeugelchen zuſammengeſetzt, ſoda die Wesu⸗ mit jedem einzelnen nach einer beſonderen Richtung ſieht.

Solche zuſammengeſetzte Augen beſitzen übrigens alle Inſekten; allein die oben beſchriebene nierenförmige Geſtalt derſelben iſt in der Hymenopteren⸗Ordnung nur den Faltenwespen und einigen Gattungen aus der Familie der Grabwespen eigen z. B. Scolia und Trypoxylon. Zwiſchen ihren Enden ſitzen noch 3 kleine runde, glasartige, einfache Augen, Nebeuaugen oder Punktaugen genannt. Dieſe bilden ein mit der Spitze nach unten gekehrtes Dreieck.

Auf der vorderen Kopfſeite oberhalb des Kopfſchilds zwiſchen den Netzangen ſitzen die zwei Fühler(Fühlhörner, Antennae) in Gruben auf einem kleinen runden Grundgliede(Fühler⸗ wurzeh) eingelenkt, wahrſcheinlich Gehörorgane. Außer dieſem beſtehen ſie bei den Weibchen und Arbeitern aus 12, bei den Männchen aus 13 Gliedern. Das erſte iſt am längſten und an ſeinem Ende macht der Fühler eine winkelige Biegung nach unten; daher heißen ſie gebrochene Fühler. Das erſte Glied hat den Namen Schaft, die folgenden zuſammen Geißel(Faden). Bei den Weibchen und Arbeitern hat der Schaft ohngefähr die Länge des zweiten und dritten Geißelgliedes zuſammen, bei den Männchen iſt er kürzer, und etwa von der Länge des zweiten. Das erſte Geißel⸗ glied iſt ſehr kurz, das zweite dagegen ſehr lang, nach unten ſtark verdünnt, ohngefähr dreimal ſo lang als das dritten Die folgenden nehmen an Länge etwas ab. Bei den Weibchen und Ar⸗ beitern verdicken ſich die Fühler etwas gegen das Ende, ſind ſchwach keulenförmig; bei den Maͤnnchen aber verdünnt ſich die Geißel von der Mitte nach dem Ende, wo ſie in eine Spitze auslauft; auch iſt bei dieſem Geſchlechte der Fuhler viel länger als bei den zwei andern; bei zwei Arten krümmt ſich die Spitze bei den Maͤnnchen hakenfoͤrmig um, wie faſt bei allen männlichen Lehmwespen. n

Die untere Seite des Kopfes nehmen die Freßwerkzeuge ein. Dieſe beſtehen. aus einer Oberlippe, 2 Oberkiefern, 2 Unterkiefern, jeder mit einem Taſter und einer Unter⸗ lippe, mit zwei Taſtern verſehen und in eine Zunge verlängerte Die Oberlippe,(labium superius oder labruin) beſteht aus einem ſchmahlen hornartigen behaarten Blättchen, unter dem Kopfſchild eingelenkt, über denſelben vorragend. Die zwei Qberkiefer,(Kinnbacken, man- dibulae) ſind ihrer Geſtalt nach ſchon oben beſchrieben. Auf der inneren Seite haben ſie eine glatte glänzende Aushöhlung, am Ende mit einem Rande und langen Borſten umgeben. Die zwei Unterkiefer(Kinnladen, maxillae) ſind weit ſchmähler und ſchwächer, zum Kauen unbrauchbar, ungezähnt, ſich als Scheide an die Unterlippe und Zunge aulegend. Sie beſtehen aus 3 Gliedern; Das erſte, die A ngel, iſt ſehr klein, hornartig; das zweite, ebenfalls hornartige, der Stiel, iſt weit groͤßer und dick, dreikantig, mit einer Seite an der Unterlippe liegendz das dritte beſteht aus einem größeren dünnen pergamentartigen Blättchen und einem nach innen etwas tiefer ſitzenden ſehr kleinen, welche Blätkchen die zwei Lappen der Unterkiefer genannt werden. Der größere

iſt länglich, zugeſpitzt, auswärts und am Rande ſtark behaart, inwendig ausgehöhlt und mit dieſer Aushöhkung ſich an die Zunge als Scheide anlegend; der innere Lappen hat eine ähnliche Geſtalt. Der äußere iſt auf der inneren Seite durch eine kielartige Erhöhung in zwei Felder getheilt, eine Andeutung der Theilung in 2 Zipfel, welche bei andern Inſekten vorkommt; jener Kiel iſt gleich dem Rande lang behaart. Zwiſchen dem Stiel und dem äußeren Lappen bildet ſich ein tiefer Ein⸗ ſchnitt auf der aͤußeren Seite. Hier ſitzt am Ende des Stiels ein ſechsgliedriger Taſter CPalpus) von fineifdrmichr Geſan, ein Taesahes Die Marehlsde Cabium inferias oder