Aufsatz 
Monographie der geselligen Wespen mit besonderer Berücksichtigung der Nassauischen Species
Entstehung
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§. 1. Stellung im Syſteme. Die geſelligen Wespen(Vespidae), von dem papierartigen Stoffe ihrer Neſter auch Papierwespen genannt, bilden eine Unterabtheilung in der Familie der eigentlichen Wespen(Vespariae, auch Faltenwespen, von den in der Ruhe längs gefalteten Vorderflügeln, oder Drüſenwespen, von den Drüſen am Ende ihrer Zunge genannt); die eigentlichen Wespen aber machen eine der verſchiedenen Familien aus, in welche die Inſekten⸗Ordnung der Hautflügler(Aderflügler, Hymenoptera) zerfällt. Der Beſchreibung der Wespen möge daher eine allgemeine Charakteriſtik der Hautflügler und ihrer Familien vorausgehen.

Zu der Ordnung der Hymenopteren gehören diejenigen Inſekten, welche vier häutige, unbe⸗ deckte und daher durchſichtige, von aſtförmig ſich theilenden Adern durchzogene Flügel haben, deren hintere weit kleiner, als die vorderen und mit denſelben durch Haͤkchen verbunden ſind. Die Adern bilden nicht die Form eines Netzes oder Gitters und höchſtens 14 geſchloſſene Zellen. Die drei Theile der Bruſt(des Thorax) ſind unter einander verwachſen. Ihre Freßwerkzeuge beſtehen aus zwei harten, hornartigen Oberkiefern, zwei Unterkiefern, welche aber wegen ihrer Geſtalt und ihres häutigen oder papierartigen Stoffes zum Kauen untauglich ſind, einer zu einer Saugzunge ver⸗ längerten Unterlippe, welcher die Unterkiefer zu Scheiden dienen, einem Paar Taſter an den Unter⸗ kiefern und einem Paar an der Unterlippe. Ihr ganzer Körper iſt von einer harten Hornhaut bedeckt, und namentlich hat der Kopf und die Bruſt ſelbſt bei den kleinſten dieſer Inſekten, welche noch nicht die Länge einer Linie erreichen, eine harte, dem Drucke des Fingers nicht nachgebende Bedeckung. Rückſichtlich der Flügel weichen ſehr viele zu dieſer Ordnung gehörige Inſekten von dem erſten hier aufgeſtellten Merkmale ab. Viele kleine Hymenopteren entbehren aller Flügeladern; manche haben verkümmerte, zum Fluge unbrauchbare Flügel; ja es gibt ſogar völlig ungeflügelte unter ihnen. Alle dieſe tragen aber die übrigen Merkmale an ſich. Dazu kommt noch bei den Weibchen und Arbeitern(verkümmerten, unfruchtbaren Weibchen) ein zum Eierlegen oder auch Vertheidigen dienendes, ſtachel⸗, faden⸗ oder ſäͤgeförmiges Werkzeug(Lege⸗ oder Wehrſtachel), ent⸗ weder immer vorragend, oder gewöhnlich verborgen und zum Gebrauche vorſtreckbar, zuweilen durch Giftdrüſen, zum Ausſpritzen eines ſauren Saftes dienend, erſetzt(wie bei vielen Ameiſen). Ihre Verwandlung iſt immer eine vollſtändige, d. h. die Larve hat eine, vom Inſekt ganz abweichende, wurmartige Geſtalt, und die Puppe iſt der Ortsbewegung und Ernährung unfähig. Nur in dieſer Ordnung gibt es geſellige Inſekten, und bei dieſen außer den Weibchen und Männchen noch Arbeiter, d. h. verkümmerte, kleinere, des Eierlegens(wenigſtens in der Regel) unfähige Weibchen; die Termiten machen allein eine Ausnahme, da ſie, obwohl geſellig lebend, zu der Ordnung der Netzflügler(Neuroptera) gehören.

In Zahl und Namen der Familien, in welche die Ordnung der Hymenopteren getheilt wird, weichen die Schriftſteller ſehr von einander ab. Am einfachſten iſt die Eintheilung, welche

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