Aufsatz 
Anleitung zur Bestimmung der im Herzogthum Nassau und dessen Umgebung wildwachsenden Pflanzen-Gattungen, nebst pädagogisch-didaktischen Vorerinnerungen / von A. Schenck, Prorector und Professor
Entstehung
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s die edelſte Geiſtesnahrung empfehlen. So aber bleibt es, ein Fremdling u heimüſhem Boden, in den Bibliotheken der wenigen Naturforſcher verborgen, oder verirrt ſich etwa in den Trödel der Antiquare, die es nach der Elle verkaufen*).

Daß aber auch die edlen Geiſter der alten Griechen⸗ und Römerwelt aus der Betrachtung der Natur Belehrung und Genüſſe zu ſchöpfen wußten, und ihr für alles Schöne und Große begeiſtertes Gemüth einer ſinnigen Naturbetrachtang nicht verſchloſſen, dafür zeugen unzählige Stellen der Dichter und Proſaiker. Was ein Cicero bei der Betrachtung der Natur⸗ und insbeſondere auch der Pflanzenwelt dachte und fühlte, beweiſt folgende ſchöne Stelle aus ſeiner Schriftde senectute: Venio nunc ad volupiates agricolarum, quibus ego incredibiliter delector. Quae nec ulla impediuntur senectute, et mihi ad sapientis vitam proxime vi- dentur accedere. Habent enim rationem cum terra, quae nunquam recusat imperium, nec umquam sine usura reddit, quod accepit, sed alias minore,

**) Wie ſehr würde durch das Vorleſen ſchöner Naturſchilderungen aus ſolchen klaſſiſchen Werken der naturgeſchichtliche und geographiſche Unterricht an Intereſſe und bildender Kraft ge⸗ winnen! Und weichen trefflichen Stoff würden ſie der Deutſchen Lectüre liefern! Ueberhaupt ſollten ſämmtliche Lehrfächer in möglichſt enge Verbindung mit einander geſetzt werden. Dadurch würde nicht allein der allgemeine Schulzweck und der ſpecielle Zweck jedes einzelnen Lehrgegen⸗ ſtandes ungemein gefördert werden, ſondern auch Lehrer und Schüler an koſtbarer Zeit und Kraft nicht wenig gewinnen. Namentlich ſollte der naturgeſchichtliche und geographiſche Unterricht einander nicht ſo ferne ſtehen, wie es häufig der Fall iſt, vielmehr auf das engſte mit einander verknüpft werden.Die Geographie iſt eine aſſociirende Wiſſenſchaft, erſt durch das Leben, welches ſich auf der Erde entwickelt, es ſei niederes in Pflanzen und Thieren oder höheres, welches in dem Menſchen zur Erſcheinung kommt, erhält ſie ihre wahre Bedeutung. C. Vogel.Die Geographie iſt eine aſſociirende Wiſſenſchaft, bei deren Unterricht man die Gelegenheit nicht ver⸗ ſäumen darf, eine Verbindung von allerlei Kenntniſſen, die ſonſt vereinzelt ſtänden, zu ſtiften. Herbart.Die Erdkunde iſt beſtimmt, die Wiſſenſchaft des Volkes zu werden, wenn ſie ge⸗ hörig begriffen und behandelt wird, nicht als dürres, todtes Zahlen⸗ und Namenwerk, ſondern als ein friſches, blühendes und reges Lebensbild der Erde, ihrer Organismen und Geſchichte. Aus der ſchönen Abhandlung: das Realſchulweſen in Charakteriſtiken(Schulzeitung. 1843). In der Ordnung für die Realſchulen in Sachſen⸗Meiningen⸗Hildburghauſen vom 11. Mai 1842 beißt es:Die Geographie iſt vorzüglich geeignet, das mannichfaltigſte Wiſſen aus dem Gebiete der Geſchichte, Phyſik und Naturgeſchichte zu aſſociiren, und ihm durch die räumliche Baſis größere Einheit und innigeren Zuſammenhang zu geben und dadurch die Weltanſicht des Schülers möglichſt treu und anſchaulich zu geſtalten. Vergl. Völter der Unterricht in der Erdkunde; Lüdde die Methodik der Erdkunde; Dr. C. Vogel Naturbilder, ein Handbuch zur Belebung des geographiſchen Unterrichts. Wie Kappder wiſſenſchaftliche Schul⸗ unterricht als ein Ganzes S. 8 zeigt, iſt Erdkunde, Naturkunde und Geſchichte ein innig ver⸗ bundenes, und wechſelſeitig durchdrungenes Ganzes, das aber deßhalb auch nur von einem Lehrer, oder wenn vorerſt noch von mehreren Lehrern nach einem zuſammengreifenden Plane gelehrt werden ſollte. Leider aber iſt nur zu wahr, was Gotthold in ſeiner Schrift:Die An⸗ briſe der Herlider dangeliſchen Lirchen eitung aänf die Gymnaſien ſagt:Man vermißt an der h ugend die Verbindung der einzelnen Lehrgegenſtän j inzelnen i desſelben Gegenſtandes. 9 3 brgegenſtände, ja ſogar der einzelnen Theile