Freundliche hehre Natur, du lächelſt Weisheit und Einfalt, Freien Sinn und zur That Kraft und Entſchluß in das Herz: Wen dein lächelnder Blick zum vertrauten Liebling geweiht hat, Eilet gern aus dem Dunſt und dem Geraſſel der Stadt; Eilt in die grünen Geſild', und athmet auf und empfindet Menſchlicher, neben des Hains luftigem Bache geſtreckt. Aber wenn ſein Schickſal in dumpfige Mauern ihn kerkert, Pflanzt er ſich, wie er kann, irgend ein Gärtchen zum Troſt; Myrthe, Zitron' und Roſe, die Balſamin' und der Goldlack Und ſüß duftendes Kraut ſchmücken ſein Fenſtergeſims; Eine blühende Lind' und Kaſtanie, nicht von des Gärtners Bildender Scheere geſtutzt, oder die Reb' an der Wand, Die, voll junger Trauben, ihr ſchwebendes Grün um der Wohnung Sonnige Fenſter geſchmiegt, ſäuſelt ihm Kihme und Ruh. oß.
Die Natur iſt ein claſſiſches Gedicht im größten Styl und weiteſten Umfang. C. G. Nees von Eſenbeck.


