Aufsatz 
Über den naturwissenschaftlichen Unterricht in den unteren Klassen der Gelehrten-Schulen oder auf Pädagogien und Progymnasien : 1. Teil
Entstehung
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ausdruͤcke von den Schuͤlern in ſyſtematiſcher Ordnung zuſammenſtellen und unter allgemeine Geſichtspunkte bringen, ſie nochmals erklaͤren, die in dem fruͤheren Unterrichte vorgekommenen Beiſpiele dazu angeben, und in der Natur ſolche auf⸗ ſuchen und vorzeigen. So wird dieſer ſonſt ſo trockne Gegenſtand Leben und Intereſſe erhalten, und ein Mittel zur geiſtigen Ausbildung der Jugend werden.

Wenn in irgend einem Unterrichtszweige, ſo muß in der Naturwiſſenſchaft der Lehrer auf die Wiederholung des Erlernten ſeine groͤßte Sorgfalt richten. Daher werde das in einer Lehrſtunde Vorgekommene ſtets in der naͤchſten Stunde bald mit, bald ohne Huͤlfe der Anſchauung wiederholt, und wo ſich nach Beendigung eines groͤßeren Abſchnittes ein paſſender Ruhepunkt darbietet, noch⸗ mals eine kurze Recapitulation vorgenommen. Schriftliche Wiederholungen wer⸗ den nicht allein auf Befeſtigung des Wiſſens ſehr wohlthaͤtig einwirken, ſondern auch einen fuͤr Geiſtes⸗ und Sprachbildung gleich nuͤtzlichen Stoff zu haͤuslichen Aufgaben oder zur Beſchaͤftigung in der Lehrſtunde ſelbſt liefern. Ein gewandter Lehrer wird uͤbrigens in die Wiederholungen Abwechslung zu bringen, ihnen den Reiz der Neuheit zu bewahren, und das Intereſſe der Schuͤler daran rege zu erhalten wiſſen.

Bei einem jeden neu hinzukommenden Gegenſtande ſei es eine Hauptregel der Lehrmethode, daß ſie den Schuͤler in die Nothwendigkeit verſetze, ſeine bereits erlangten Kenntniſſe zur Auffindung neuer Wahrheiten anzuwenden, und durch Vergleichung mit dem neu erworbenen Wiſſen zu verdeutlichen und zu befeſtigen. So lange wir noch an Bildung wachſen, beſteht ein Theil, und gewiß nicht der unweſentlichſte unſers Fortſchreitens darin, daß wir immer wieder zu den alten Gegenſtaͤnden, die es werth ſind, zuruͤckkehren, und alles Neue, was wir mehr wiſſen, auf ſie anwenden, ſo die vorigen Reſultate und Geſichtspunkte berich⸗ tigen, und uns neue Ausſichten eroͤffnen. Fr. Schlegel.Der aͤchte Schuͤler lernt aus dem Bekannten das Unbekannte entwickeln, und naͤhert ſich ſo dem Meiſter. Goͤthe. Auch in dem naturwiſſenſchaftlichen Unterrichte werde ſtets das Unbekannte mit dem Bekannten zuſammengehalten, an ihm gepruͤft, damit verglichen, daraus entwickelt und hergeleitet.

Was die Benennung der Naturgegenſtaͤnde betrifft, ſo waͤhle man die im gemeinen Leben uͤblichſten und daneben den wiſſenſchaftlichen Namen, welcher den Gegenſtand am genaueſten bezeichnet. In der Regel muß der letzte aus einem Art⸗ und Gattungsnamen beſtehen, es ſei denn, daß man den Gegenſtand nur als eine Gattung oder als eine noch hoͤhere Gruppe betrachtet wiſſen will. Auf den hoͤheren Bildungsſtufen fuͤge man die wiſſenſchaftlichen Lateiniſchen Benen⸗ nungen, ſowohl fuͤr die Kunſtausdruͤcke, als fuͤr die Gegenſtaͤnde ſelbſt hinzu, und wo es die Kenntniſſe der Schuͤler erlauben, laſſe man den Grund der Be⸗ nennung in der Lateiniſchen oder Griechiſchen Sprache aufſuchen. Dadurch wird theils das Behalten erleichtert, theils das Intereſſe der Schuͤler dafuͤr erhoͤhet. Die Lateiniſchen Benennungen haben, zumal in der Botanik und Entomologie in