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Die 3 ersten Zeiten des Passius werden leicht aus den aktiven Formen abgeleitet durch Anhängung von— r oder Verwandlung von—m in r, also:
Activ. Passiv.
Praes. ind. amo amo— r
conj. ame— m ame— r Impf. ind. amaba— m amaba— r conj. amare— m. amare— r Futur. ind. amabo amabo— r
Die 3 übrigen Zeiten werden von der 3. Grundform mit dem Zeitwort sum gebildet, also Perf. ind. amatus sum, Conj. amatus sim, Plqpf. ind. amatus eram,— amatus essem, Futur ind. amatus ero.
Alle andern Formen, ausser Indicativ und Conjunctiv, können in Sexta füglich bei Seite gelassen und in Quinta nachgeholt werden. Hierdurch wird das Sextapensum wesent- lich erleichtert, der Quinta aber Neues zugewiesen. Ich bin schon herzlich froh, wenn jeder nach Quinta versetzte Sextaner völlige Sicherheit in diesen Formen besitzt. Die eigentliche Verwendung der nominalen Formen des Verbums, des Infinitivs im Accusativ cum Infinitivo und der Partizipien, sowie des Gerundiums und Supinums fällt überdies am besten erst der Quarta zu, die den Grund zur systematischen Syntax zu legen hat. Durch diese Beschränkung in Sexta wird indes auch genügend Zeit gewonnen, um den Schülern Sicherheit in der Unterscheidung des Futurums activi und Praesens passivi erlangen zu lassen. Gerade das Deutsche bietet Anlass zu ewigen Verwechslungen nicht nur in Sexta, sondern auch in Quinta, ja noch weiter hinauf. Hier muss eben das Latein die Aufgabe erfüllen, die Kortegarn mit Recht fordert, die allgemeinen Sprachgesetze zur Anschauung und zum Bewusstsein zu bringen.—
Ist die 1. Conjugation durch unausgesetztes Ueben erst mündlich, dann schriftlich zu völliger Sicherheit gebracht, dann bereiten die übrigen Conjugationen, sogar die 3., keine nennenswerten Schwierigkeiten, sobald nur eine weise Beschränkung auf die regel- mässigen Verba, bei der 3. namentlich auf die Primitiva geübt wird. Die lateinische Sprache erweist sich gerade hier durch die Einheit ihrer Endungen als einfach.
Von der Comparation ist in Sexta nur die regelmässige zu behandeln, die an die deutsche sich anlehnt. Hier wie dort treten Endungen an den Stamm des Positivs, im Comparativ deutsch die Endung— er, latein. ior, im Superlativ deutsch— este, lat.— issimus.
Von den Numeralia genügen vollkommen die Cardinalia und Ordinalia, die übrigen Distributiva und Multiplicantia folgen in Quinta.
Die Pronomina sind im engsten Anschluss an die Muttersprache durchzunehmen.
Von allen Pronomina erweist sich das Relativ am schwierigsten, da für„welcher, e, es“ auch„der, die, das“ eintreten kann. Im Anfange empfiehlt sich daher allemal „welcher“ einzusetzen.
Nachdem ich den grammatischen Stoff für Sexta einer kurzen Sichtung zu unter⸗
ziehen versucht habe, ergibt sich naturgemäss seine genaue Durchführung in den sich ihm anschliessenden Lesebüchern. In dieser Beziehung sind es gerade die von Perthes
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