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Auch die beruhigende Genealogie ſtellte ſich ein, indem Hellanikus¹) ſagt, daß Phaiax der Sohn Poſeidons von der Kerkyra geweſen ſei, womit alles nun in ſchönſte Ordnung ge⸗ bracht iſt, cf. Schol zu y 130: roöro ev der. IIooεεννοςσ ι mηb)ͥ KSrορας ν. r. 4. Daß dieſe Aufſtellung ſpäter wieder bezweifelt ward, kommt hier nicht in Betracht.
Ich halte die Vermutung für naheliegend, daß die Zeit, wo Kerkyra die Führung der Aus⸗ wandererfahrten nach Weſten begann, wo dieſe Inſel die wichtigſte Ausgangs- und Heimkehr⸗Station in den fernen Weſten ward, den Kerkyräern den Ruhm eintrug, ihre Inſel hätten einſt die Phäaken bewohnt. Denn da zuerſt ward es deutlich, daß ihre Inſel den wie Odyſſeus aus Weſten Heim⸗ kehrenden den letzten Ruhepunkt und ein ſicheres Heimgeleite darbietet. Dieſe Thätigkeit der Ker⸗ kyräer fällt etwa ein Menſchenalter nach 800, was mit demhAnſatze oben, daß der urſprüngliche Dichter ſeinen Gedanken einer Salzwanderung zu den Libyern nach 800, wenigſtens lange nach 800 v. Chr., nicht mehr wohl gehegt haben könne, frei übereinſtimmt: zwei unabhängige Zeit⸗ beſtimmungen reihen ſich hier in dieſelbe Beweiskette ein. Wenn der Dichter der Ilias denn doch wieder zwei Menſchenalter früher gelebt haben muß— aus den bekannten kulturhiſtoriſchen Gründen — dann würde wieder jene uralte Zeitbeſtimmung des Herodoĩ gelten:[Hoiosov T α] Oppov Mixi- TerHαάοσεοσσ έναεσι ⁸οπχι⁶ο¶me ρεοσνεςνοοςα †εvε˙αν, At EO0.
Mit dem Vorſtehenden iſt denn der Verſuch gemacht, die Zeit der Odyſſee nicht aus gelegent⸗ lichen Anſpielungen²), aus einem deutbaren Namen oder einer litterariſchen Einzelcombination, ſondern aus ihrem Grundgedanken zu beſtimmen.— 20. IX. 89.
¹) Dagegen Apollodor I, 9, 25, wo man es erwartet, nichts davon. ²) Wie Kirchhoffs Quelle Artakia und die an des Tireſias kolophoniſchen Kult angehängten Schlüſſe.
Errata: Seite 3, Z. 4 lies: alſo. Seite 15, Z. 3 lies: Esvigerat. „ 3, A.* lies: ipse.„ 15, 3. 19 lies: Eugamon.
„ 4, Z. 7 lies: Lehrs.„ 16, Z. 24 lies: Dynaſteneitelkeit. „ 13, A. ⁵) lies: atteindre.


