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Darmſtadt am 2. Auguſt.— Gymnaſiallehramtsaſpirant Karl Wirtz aus Darmſtadt wurde mit dem Beginn des Winterhalbjahrs zum Acceß zugelaſſen und am 13. Okt. 1886 in dieſen Dienſt eingewieſen.—
Der Acceſſiſt Dr. Adolf Schmidt aus Darmſtadt beendete ſeinen Acceß am 14. Nov. 1886 und wurde kurz darauf(4. Dez. 1886) durch Allerhöchſtes Dekret als Sekretär an der Großh. Hof⸗ bibliothek, an der er ſchon mehrere Jahre proviſoriſch verwendet war, definitiv angeſtellt.
Nachdem der Acceſſiſt Heinrich Jung aus Beſſungen am 11. Febr. 1887 den vorſchriftsmäßigen Acceß beendigt hatte, blieb er zunächſt als Volontär in, unſrer Anſtalt. Wir ſchulden ihm dafür Dank, weil er jetzt den ſeit einigen Wochen erkrankten Kollegen Dr. Kornmeſſer, dem er ſchon vorher im Unterricht beigegeben war, im lateiniſchen und griechiſchen Unterricht der Herbſtuntertertia vertritt.
7. Im letzten Winterhalbjahre entriß der Tod unſrer Anſtalt zwei hochgeſchätzte Lehrer.
Am Vormittag des 19. November 1886 erfolgte, uns allen unerwartet, der Tod des Kollegen Dr. Ludwig Walther. Er war am 18. März 1851 geboren. Seit mehreren Jahren war er lungen⸗ leidend, ſuchte ſeit Herbſt 1883 Heilung in Görbersdorf, trat dann mit Beginn des Winterhalbjahrs 1884/85 wieder in einen Teil ſeines Unterrichts ein. Da aber alle Schonung im Schuldienſt, die wir ihm ermöglichten, ſein Leiden nicht zu beſeitigen vermochte, ſchien ſeine kommiſſariſche Beſchäftigung in der hieſigen Hofbibliothek, die am 1. Nov. 1885 erfolgte, eine erfreuliche Maßregel zur Förderung ſeiner Geſundheit zu ſein. Obwohl er ſich dieſer neuen Beſchäftigung, ſogar in dem kalten Winter 1885/86, zu ſeiner vollen Zufriedenheit unterzog, entwickelte ſich doch ſein Leiden verhängnisvoll. Den Abend vor ſeinem Hinſcheiden verbrachte er noch mit ſeiner Familie. Als er in der Frühe des 19. Nov. ſich von ſeinem Lager erhoben, ſank er entſeelt zu Boden.— Am 20. Nov., nachmittags 3 Uhr, fand unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung der Leidtragenden ſeine Beſtattung ſtatt. Kollege Trümpert ſprach an ſeinem Grabe aus, wie hoch den Heimgegangenen, ſein Weſen und ſein Wirken, alle Freunde, die Kollegen und die Anſtalt ſchätzten, und welche Teilnahme wir der Familie des ſo frühe heim⸗ gerufenen vortrefflichen Mannes bewahren. 7
Am 6. Februar 1887, vormittags 8 Uhr, entſchlief nach mehrwöchentlichem, ſchwerem Leiden der Gr. Gymnaſiallehrer Profeſſor Dr. Lips in dem Alter von 59 Jahren. Raſtloſes Streben, das ihn ſeit ſeinen Jugendjahren ſchon als Zögling des Friedberger Schullehrerſeminars und im Jahre 1847 als prov. Hilfslehrer dieſer Anſtalt auszeichnete, übermäßige Anſtrengung ſeiner Kräfte, beſonders in den Jahren, in denen er als Lehrer des ſpäter von ihm ſelbſt geleiteten Hilger'ſchen Mädcheninſtituts in Gießen zugleich ſeinen Univerſitätsſtudien oblag, und außerordentlich ſchwere Lebensſchickſale rieben, man darf ſagen, faſt vor der Zeit ſeine kräftige Natur auf. In weiten Kreiſen iſt es bekannt, wie er in der Realſchule zu Gießen und hierauf in unſrer Anſtalt es verſtand, im mathematiſchen Unter⸗ richte durch einen lichtvollen, anſchaulichen und praktiſchen Lehrgang ſeine Schüler für ſein Fach zu erwärmen und glänzende Erfolge zu erzielen, ſo daß beſonders auch die Lehrer der Mathematik, die
er vorbereitete, ihm allezeit ein dankbares Andenken bewahren. Seine Kollegen, ſeine Freunde und ſeine Schüler ehrten ihn ganz beſonders auch wegen vorzüglicher Eigenſchaften ſeines Charakters. Im Amt bewies er die Tugenden eines wahren und geraden, gerechten und beſonnenen, und in ſchweren Lagen ausdauernden Mannes. Noch am 6. Jan. l. J. vermochte er es nicht über ſich zu gewinnen, beim Wiederbeginn der Schule ſeinen Unterricht nicht ſelbſt zu übernehmen, obwohl er nur mit ge⸗ beugten Knieen und mit heroiſcher Anſtrengung zu der im 3. Stock gelegenen Oberprima emporzuſteigen“ vermochte; und als er ſich dann wieder zu Bette legen mußte, raffte er ſich eines Tages doch wieder auf, um einen Schüler für die Maturitätsprüfung zu fördern. Er war ein begeiſterter Mathematiker; aber wir hörten von ihm nur gerechte Urteile über die Aufgaben und die Wichtigkeit eines vernünftigen


