Aufsatz 
Vorbereitung und Begründung des städtischen Volksschulwesens in Frankfurt am Main
Entstehung
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Der 2. September.

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versuche der Deutschen, von Windhuk und von Swakopmund aus mit steigendem Glück unternommen, geben diesen Kämpfen einen dramatischen Charakter. Endlich erfolgt die glückliche Lösung durch die Kompanie Franke, die auf ihrem berühmt gewordenen Siegeszuge von Gibeon nach Omaruru der belagerten Station den ersehnten Entsatz bringt. Am Geburtstag des Kaisers vor drei Jahren, am 27. Januar 1904, traf die Entsatz- kolonne in Okahandja ein. Jetzt endlich, wenige Wochen vor der diesjährigen Wiederkehr des Geburtstages Seiner Majestät, in den Weihnachtstagen des verflossenen Jahres, ist die frohe Kunde zu uns herübergedrungen, daß auch auf den blutgetränkten Boden Afrikas der Friede sich wieder herabneigen wolle. So hat das vergangene Lebensjahr nach anderen freudigen Ereignissen in der engeren Familie für unseren Kaiser mit einem frohen Aus- blick in die Zukunft der größeren Gemeinschaft des Staates geschlossen. Möchten alle

guten Hoffnungen, die sich daran knüpfen, mit diesem Geburtstagswunsche beschloß der Redner seine fesselnden Ausführungen, in dem neuen Lebensjahre des Herrschers

sich bald zur fröhlichen Erfüllung gestalten, damit das deutsche Volk einmütig daran gehen kann, die Wunden zu heilen, die der Krieg unsrer Kolonie geschlagen hat, und die großen Kulturaufgaben zu lösen, die es dort erwarten. Dem mächtigen Schirmherrn aller deutschen Lande, dem eifrigen Förderer deutscher Kulturaufgaben, auch jenseits der Meere, Kaiser Wilhelm II., galt das Hoch der Versammlung, dem die Nationalhymne folgte. Nachdem diese verklungen war, wurde auf Konferenzbeschluß dem Schüler der U. IIe Herm. Clos für Treue in der Schule das von Seiner Majestät zu diesem Zweck zur Verfügung gestellte Bohrdt'sche WerkDeutschlands Schiffahrt in Wort und Bild durch den Direktor mit kurzer Ansprache überreicht.

Auch die alljährliche Schulfeier der Adlerflychtschule, die an ihr eingebürgerte festliche Begehung des 2. September durch eine zusammenfassende Vorführung der turnerischen Leistungen der gesamten Realklassen, nahm wieder ihren gewohnten, aber stets von neuem herzerfrischenden Verlauf. Sie fand diesmal am 1. September statt, da der 2. auf einen Sonntag fiel. Im 8 Uhr hatten die Schüler Aufstellung auf dem Hofe genommen. Es war ein wundervoller Herbsttag, und trotz der frühen Morgenstunde hatten sich auch die zu der Feier eingeladenen Eltern wie in den früheren Jahren in großer Zahl eingefunden, um sich an ihren Kindern zu erfreuen und zugleich der Schule ihr Interesse zu bekunden. Als Vertreter der städtischen Behörden war Herr Stadtrat Dr. Ziehen er- schienen. Der Direktor wies zunächst auf die Bedeutung des Tages hin und wandte sich mit folgenden Worten vornehmlich an die vor ihm stehende Jugend:

Der 2. September 19061! So recht ein Tag, wie kein anderer dazu angetan, uns aufzurütteln, wenn auch nur für Augenblicke, uns Einhalt zu gebieten in unserem alltäglichen Treiben! Sinnend lassen wir unsere Gedanken rückwärts schweifen in die Vergangenheit unseres Volkes über ein Jahrhundert hin ganz langsam jahrzehnteweise bis in das Unglücksjahr hinein, das schicksalschwere, das für die deutschen Lande, für das deutsche Reich so verhängnisvolle Jahr 1806. Welch ein Wandel der Dinge seit jener Zeit! Wie ist es anders geworden in unserem YVaterland zwischen jenem Einst und jetzt! Wie lauscht in unseren Tagen die ganze Welt auf das, was in Deutschland vorgeht, auf jedes Wort, möcht' ich sagen, das über die Lippen unseres erhabenen Kaisers kommt. Das brauche ich euch ja nicht zu sagen, meine lieben jungen Freunde. Ihr habt es erst vor kürzester Zeit an einem hier so nahe liegenden Beispiel erlebt: Als sich vor wenigen Wochen in dem benachbarten Städtchen am Fuße des Taunus Kaiser Wilhelm II. und sein naher Verwandter, König Eduard VII. von England, die Hand reichten, wie waren da nicht nur unsere Zeitungen angefüllt von den Ereignissen des Tages, nein, wie beschäftigten sich alle Blätter der Welt mit den Vorgängen dieses Zusammen- treffens. Das habt ihr mit euren eigenen Augen lesen, auch zwischen den Zeilen etwas herausverspüren können