Aufsatz 
Vorbereitung und Begründung des städtischen Volksschulwesens in Frankfurt am Main
Entstehung
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bildet waren: der Pfälzer Werner war bei Pestalozzi in Burgdorf ausgebildet worden, ¹) und der aus Meiningen stammende Junk(auch Jung) hatte das dortige Lehrerseminar besucht er war der erste seminaristisch gebildete Lehrer in Frankfurt.

Die Gehälter kann man bei den damaligen Verhältnissen als angemessen bezeichnen, für Graeff und Diehl, die beiden ehemaligen Quartierschullehrer, waren sie sogar ziemlich hoch. Diese beiden erhielten nämlich neben freier Wohnung und Heizung noch 1200 Gulden. Kirschten bezog 900 Gulden, Junk und Werner 800 Gulden, Goentgen und König 500 Gulden). Diese festangestellten Lehrer waren Staatsbeamte und waren vom Tage ihrer Anstellung ab pensionsberechtigt. Sie wurden durch den Präfekten auf den Landesfürsten vereidigt. Da- gegen waren die Personen, die den wahlfreien Unterricht Französisch und weibliche Handarbeiten erteilten, lediglich Hilfskräfte, die jederzeit entlassen werden konnten; sie wurden stundenweise bezahlt. Der Pedell erhielt 400 Gulden Gehalt, derReceptor, der Kassierer des Schulfonds, 225 Gulden.

Das Schulgeld betrug 12 Gulden für das Jahr, vierteljährlich zu zahlen. Alle Nebengeschenke, wie sie in den Quartierschulen als Neujahrsgeschenke u. dergl. üblich gewesen, waren verboten. Ebenso fiel ein besonderes Holzgeld weg, doch mußte der wahl- freie Unterricht nebenbei bezahlt werden.

Dieökonomische Verwaltung der Schule wurde der Verwaltungskommission der weiblichen Versorgungsanstalt des Weißfrauenklosters übertragen. Sie übernahm dieses Amt, obwohl es ja mit ihrer eigentlichen Aufgabe nichts zu tun hatte, in der Absicht, da- durch der ihrer Sorge unterstellten Stiftung den regelmäßigen Eingang der Miete zu sichern.*)

Alle angestellten Lehrer waren der Knaben- und der Mädchenabteilung gemeinsam. Jede Abteilung hatte drei Klassen mit zweijährigem Lehrgang. Innerhalb der Klassen waren je nach dem Erfordernis des Unterrichts Abteilungen gebildet. Der Lehrplan um- faßte Religion, Deutsch, Gesang, Rechnen(wozu in der obersten Klasse für die Knaben die Anfänge der Geometrie traten, für die Mädchen als Ersatz dafür Anleitung zum Muster- zeichnen) und in den beiden oberen Klassen Geschichte, Erdkunde, Naturbeschreibung und Physik; im zweiten Jahre sollte in der obersten Klasse an Stelle der PhysikGe- werbe- und Industriekunde treten.

Dieser ganze Sachunterricht sollte sich aber darauf beschränken, dennotwendigsten Bedarf eines gebildeten Menschen den Kindern mitzugeben. Alles sollte nur soweit ge- trieben werden, als es den künftigen Lebensverhältnissen der Schüler angemessen sei,

¹) Wie oben erwähnt, hatte der Generalkurator Pauli seinerzeit diese Anstalt selbst besucht. Um auch für die Zukunft einen Schüler Pestalozzis für den Frankfurter Schuldienst heranzubilden, gewährte Dalberg einem Bertz, früher Lehrer am Armenhaus in Frankfurt, ein Stipendium von 100 Gulden jährlich aus dem Frankfurter Departementsschulfonds zur Ausbildung in Vverdun.

²) Zum Vergleich: die Gerichtsräte unterster Instanz erhielten 1500 bis 1800 Gulden, der Mairie- sekretär 1000 Gulden.

³) Wie berechtigt ihre Sorge war, es möchte das Weißfrauenkloster, das nach seiner Säkularisierung als weibliche Versorgungsanstalt diente, durch die Errichtung der Schule vielleicht in seinen Rechten geschmälert werden, ersieht man daraus, daß der Generalkurator Pauli und einige Mitglieder der Ober-Schul- und Studien- inspektion danach strebten, die gesamten Einkünfte des Klosters durch ein Gesetz für Schulzwecke verwendbar zu machen. Nur an Günderrodes Widerstand scheiterte einstweilen dieser Plan.