Aufsatz 
Über die Nachteile des zu langen Verweilens im häuslichen Unterrichte bei den Vorzügen der öffentlichen Schulen
Entstehung
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beſtimmt ſind an dem großen Werke fuͤr Menſchenwohl und Menſchenbeſtimmung*). In welchem Lichte erſcheinen aber hier die Gelehrtenſchulen gegen den haͤuslichen Unterricht! Was waͤren die Voͤlker und ihre Staaten blos bei dem haͤuslichen Unterrichte und ohne die Schulen geworden! Mit Recht ſind dieſe daher eine wichtige Angelegenheit aller weiſen Regierungen und aller derer, welche Einfluß auf eine groͤßere oder kleinere Geſammtheit haben. Und warum ſie dieſe Auf⸗ merkſamkeit verdienen, dies liegt in ihren weſentlichen Präͤdicten, welche wir nun nach einander aufſtellen wollen..

1) Schon um ihrer ſelbſt willen machen wohlgeordnete Staaten den oͤffentlichen Unterricht zu einem der erſten Gegen⸗ ſtaͤnde ihrer Verwaltung und mit der fortſchreitenden Vervollkommnung unſeres Geſchlechtes wird es eine immer wichtigere Angelegenheit.

Die Brauchbarkeit und der innere Werth des Menſchen ſteht mit der voll⸗ kommneren oder unvollkommneren Erziehung und Ausbildung in den Jahren ſei ner Unmuͤndigkeit ſpaͤterhin im genaueſten Verhaͤltniſſe. Es kann zwar der Fall ſeyn, daß Menſchen von ausgezeichneten Anlagen ſich auch ohne Unterricht in

*) Von dem Fortgange der Wiſſenſchaft haͤngt unmittelbar der ganze Fortgang des Menſchengeſchlechtes ab. Wer jenen aufhaͤlt, haͤlt dieſen auf. Und wer dieſen aufhaͤlt, welchen Charakter ſtellt der öffentlich vor ſein Zeitalter und vor die Nach⸗ welt hin! Alles kann die Menſchheit entbehrens alles kann man ihr rauben, ohne ihrer wahren Wuͤrde zu nahe zu treten; nur nicht die Moͤglichkeit der Vervoll⸗ kommnung. Kalt und ſchlauer als das menſchenfeindliche Weſen, das uns die Bi⸗ bel ſchildert, haben daher jene Menſchenfeinde, deren Element Finſterniß und Verkehrtheit iſt, uͤberlegt und berechnet und aus der heiligſten Tiefe heraus geſucht, wo ſie die Menſchheit angreifen maßten, um dieſelbe im Keime zu erdruͤcken und ſie haben es gefunden.

Doch die Menſchheit wendet ſich unwillig von ihrem Bilde weg. Fichte Vorleſ. über die Beſtimm. des Gelehrten.