— 20—
zhaben ſie es gehoͤrt. Dies wird zur Gewohnheit und hierdurch zur anderen „Natur. Die Armen lernen es, ehe ſie noch wiſſen, daß es Fehler ſind. So enehmen ſie denn jene Gebrechen nicht aus der Schule mit, ſondern ſie bringen sdieſelben in die Schule.— Warum ſoll daher das, was noch jetzt ſo oft der Fehler der haͤuslichen Erziehung iſt, Sorgloſigkeit der Eltern, Leichtſinn und Verkehrtheit den oͤffentlichen wiſſenſchaftlichen Anſtalten zur Laſt gelegt wer⸗ den 2*) Ihnen gebuͤhrt ja im Gegentheil ſo oft das Verdienſt, Fehler der haͤuslichen Erziehung zu erkennen, zu ruͤgen und die Schwankenden auf den rechten Pfad zuruͤckzufuͤhren. Sollte es daher nicht auch in dieſer Hinſicht ſchon rathſam ſeyn, Kinder nicht zu lange in haͤuslicher Erziehung verweilen zu laſſen, wo dieſe bedenklicher Art iſt!
Hiermit glaube ich die wichtigſten Vorwuͤrfe gegen die oͤffentlichen Bildungsanſtalten beruͤhrt, aber auch widerlegt zu haben. Es bleibt nun noch uͤbrig, ihre beſonderen Vorzuͤge darzuthun, und dieß wird nicht ſchwer ſeyn, zumal da es unſer Zweck iſt, dieſe Vorzuͤge zunaͤchſt von den oͤffentlichen Gelehrtenſchulen zu behaupten.
Leſen wir nur mit einiger Aufmerkſamkeit in dem Buche der Natur und der Erfahrung, ſo finden wir allenthalben, daß der weiſe Urheber der Dinge aus
) Una potens ratio est, ne crimina nostra sequantur Ex nobis geniti, quoniam dociles imitandis Turpibus ac pravis omnes sumus, Nil dictu foedum visuque haec limina tangat, Intra quae puer est. Maxima debetur puero reverentia: siquid Turpe paras nec tu pucri contemseris annos,
Sed peccaturo obsislat tibi filius infans. Juvenal, Sahna XII.


