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erquickende Ruheſtätte in ihren Thaͤlern und Hainen finden, die der erfriſchende Balſam ihrer Luͤfte umfließt, wenn du auch nichts ſuchſt, als ihr Gewand anzuſchauen, das ſtuͤndlich wechſelnde und taͤglich erneuete!— Aber auch fuͤr die naͤhere, fuͤr die naͤchſte Betrachtung iſt ſie immer neu, immer unerreichbar in ihrer Schoͤnheit, unermeßlich in ihrer Fuͤlle, immer wechſelnd in ihren Erzeugniſſen, immer lehrreich in ihrem Vorbereiten. Wer ſie mit offenſtem Auge durchſchaut, fuͤhlt ſich ſtuͤndlich in einem Meere von Wundern, die in tauſend Geſtalten den Abglanz ihres unendlichen Urhebers tragen; ihre Reinheit, ihr unermuͤdeter Bluͤthetrieb erhebt Herz und Sinn. Mit Wonne erblickt ſich der Geiſt vor dem großen Schoͤpfer in dem Berufe, ſeine Wunder zu erkennen und zu durchſchauen. Die ungetruͤbte Zeit der Jugend iſt jene Zeit, die noch ſelbſt ganz in heiteren Gefuͤhlen ſchwimmt; wie um ſo mehr wird ſie wonnevoll erhellt ſeyn, wenn ihre Muße der Natur ſich zuwendet! Man hat es oft geruͤhmt: die Bilder, die in jenen Jahren ſich einpraͤgen; bleiben noch unter dem Geraͤuſche der Zerſtreuungent, unter der Entfaltung des erweiterten Lebens der Schatz des Gedaͤchtniſſes; ja ein Ge⸗ draͤnge tief muͤhevoller Folgezeit, was erhellet dann oft die truͤbe Stunde, wie ein freundlicher Stern redend, unvergeſſen, aus fruͤher Erinnerung?— Ehre es daher, theure Jugend, indem du den heitern Morgen deines Lebens heiter um die große Lehrerin genießeſt! Spaͤter wird ihr Bild als Magie dir Geſchenk bringen, wenn der Geiſt in Truͤbung um ſich ſieht, die in den Saiten ſeiner Empfindung mit Verſtimmtheit wuͤhlen moͤchte.
2 Betrachten wir nun noch zweitens, wie Natur auch in beſonderer Hinſicht als eine eigne, nahe Lehrerin fuͤr Kunſt nnd Wiſſenſchaft anzu⸗ ſehen ſey.——
Das, was den Menſchen Großes und Erhabenes gelungen iſt, jene Schoͤpfungen menſchlicher Geiſteskraft, die wir Bluͤthen der Kunſt, der


