2 werde, durch ſeiu lebhaftes Intereſſe für und ſeine perſönlichen Be⸗ ziehungen zu dem hiefigen Gymnaſium, daß ſeiner gerade bei einer öffentlichen Feier dieſer Anſtalt gedacht werde, endlich durch ſein Wohl⸗ wollen gegen mich, wenn ich deſſen hier erwähnen darf, daß ich wenig⸗ ſtens bemüht bin, ein Blatt in den Kranz ſeines Ruhmes einzuflechten. Karl Friedrich Hermann, der einzige Sohn von Johann. Chriſtian Hermann, dem Gründer der gleichnamigen buchhändleriſchen Firma dahier, und Roſina Margaretha Hermann, geb. Finger, ward dem 53jährigen Vater und der halb ſo alten Mutter im erſten Jahr ihrer Ehe 1804 am 4. Auguſt geboren. Da Hermanns Knaben⸗ und Jünglingsalter ohne die Kämpfe und Wechſelfälle des äußern Lebens verſtrich, die ſo oft den Weg zu der Höhe des Ruhms bezeichnen, ſo könnte dieß verleiten, ſogleich zu dem glänzenderen Bilde ſeiner künftigen Wirkſamkeit überzugehen, aber ich will des wahren Wortes gedenken, das er ſelbſt in ſeiner Culturgeſchichte der Griechen und Römer aus⸗ geſprochen, daß man jede Biographie eines Menſchen in gewiſſem Sinn ſeine Erziehungsgeſchichte nennen könne und daß man weder das äußere Leben eines Menſchen, ſeine Schickſale und Handlungen ohne die damit verknüpfte geiſtige Thätigkeit, noch die letztere allein ohne die äußern Lebensbedingungen darſtellen dürfe, in welchen ſie gewurzelt und aus welchen ſie Nahrung und Kraft geſogen. Zudem habe ich durch die zu⸗ vorkommende und von mir mit dem lebhafteſten Dank anzuerkennende
11) Deßgleichen aus der Beilage zur Allg. Zeitung vom 15. Jan. 1856(aus Baſel); 1) Aus den Nachrichten von der Georg Auguſt. Univerſität und der Kgl. Geſellſchaft der Wiſſenſchaften zu Göttingen vom Jahr 1856(4. Febr. 56); 13) Noch ein Wort der Erinnerung an K. F. Hermann, Beilage zur Allg. Zeitung vom 16. Febr. 1856 aus Marburg von Henke). Die Nummern 7, 10, 11, 13 lagen mir auch im Ori⸗ ginal vor. II) Die im Text erwähnte Sammlung Briefe von Hermanns eigener Hand aus der Zeit ſeiner italieniſchen Reiſe, gegenwärtig im Beſitz des Hrn. Dr. Häberlin dahier. III) Eine briefliche Mittheilung über Hermanns Wirken an der Univerſität zu Marburg, die ich der Güte des Hrn. Prof. Cäſar daſelbſt verdanke. — Wenn meine Schilderung von Hermanns akademiſchem Wirken ſch eng an die be⸗ treffenden Abſchnitte der oben genannten Schriften, namentlich in Nr. 7, 9, 10, an⸗ ſchließt, ſo muß ich zu me ner Rechtfertigung bemerken, daß ich zwar lange Jahre hindurch zu Hermanns Familie in freundſchaftlichen Beziehungen, auch mit ihm ſelbſt in mehrjähriger literär. Correſpondenz geſtanden, aber nie ſein Schüler im engern Sinne des Worts geweſen bin. Etwaige Ungenauigkeiten in jener Beziehung, wie z. B. daß ich Hermann(S. 356) einfach als Profeſſor der Archäologie bezeichnet, während er doch das archäolog. Seminar mit Wieſeler gemeinſam leitete, oder die Nichtberückſichtigung der Darſtellung von Hermanns collegialiſchen Beziehungen in Göttingen in dem Nekrolog auf Fr. W. Schneide wie von E. v. Leutſch(Philologus Bd. X, Heft 4, 1856)— Beides wurde mir erſt nachträglich durch die gütige Mit⸗ theilung des Hrn. Prof. v. Leutſch bekannt— möge man nur nach dem Umfang und Inhalt der mir bei der Ausarbeitung zu Gebote ſtehenden oben genannten Hülfsmittel und nicht als abſichtliche Abweichung von anderweitigen Angaben beurtheilen.


