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Wegen Verſetzung des katholiſchen Kaplans Stahl crtheilt ſeit Neujahr 1844 der katholiſche Kaplan Wollweber den confeſſionellen Religionsunterricht an die vereinigten katholiſchen Schuͤler des Pädagogiums und der Realſchule.
Mit Anfang des Jahres 1844 iſt der Kandidat der Philologie Dr. Sand⸗ berger aus Weilburg zu ſeiner Ausbildung in der praktiſchen Pädagogft dem Pädagogium zugetheilt worden und hat mit dem 19. Januar den vorgeſchriebenen Probekurſus angetreten.
Dr. H. F. E. Guido Sandberger, geboren den 29. Mai 1821, erhielt in einer Privatſchule zu Weilburg ſeine Vorbildung für das dortige Gymnaſium, welches er von 1835—1839 beſuchte.— Er ſtudirte darauf von 1839—1843 Philologie, Philoſophie und Naturwiſſenſchaft zu Heidelberg, Marburg, Bonn und Berlin. Zu Heidelberg, Marburg und Bonn war er ordentliches Mitglied des philologiſchen und zu Bonn auch des naturwiſſenſchaftlichen Seminars. Nach beſtandener Staatsprüfung promovirte er zu Heidelberg. Eine geſchichtliche und mehrere naturwiſſenſchaftliche, kleine Abhandlungen von ihm ſind im Druck er— ſchienen.
Zur Vermehrung der Bibliothek und des Lehrapparates waren in dem ver⸗ floſſenen Jahre mit Linſchluß der Erſatzſumme für ein an das Staatsarchiv ab⸗ gegebenes Werk 453 fl. 4 kr. und für den nöthigſten Turnapparat 100 fl. ver⸗ willigt worden. In Folge dieſer letzten Verwilligung trat der Unterricht in der Gymnaſtik für ſämmtliche Schüler der Anſtalt unter Anleitung des Zeichnenleh⸗ rers Delaspée und Aufſicht der Hauptlehrer in dem vergangenen Winterſeme⸗ ſter ins Leben.
Das Pädagogium zählte im Laufe des Schuljahres 104 Schüler, von wel⸗ chen einer ihm durch den Tod entriſſen wurde.
I. Ueberſicht
der
im Schuljahre 1843— 44 behandelten Lehrgegenſtaͤnde.
A. Sprachunterricht. 1. Deutſche Sprache, nach Wurſt's Sprachdenklehre.
IV. Kl. Die Lehre vom einfachen Satz; Abwandlung des Haupt- und Zeit⸗ worts, nach Wurſt's Sprachdenkl.§. 1— 24,§. 43— 62. Leſen, Erklären


