Chronik.
Montag, den 17. September fanden die Aufnahms- und Wieder- holungsprüfungen statt.
Dienstag, den 18. September wurde das Schuljahr mit dem heil. Geistamte eröffnet.
Samstag, den 22. September nachmittag um 3 Uhr fand unter dem Vorsitze des Herrn k. Landesschulinspectors Johann Slavik die mündliche Maturitätsprüfung im Herbsttermine statt.
In das Jahr 1900 fällt die 70. Wiederkehr des Allerhöchsten Ge- burtsfestes Sr. Majestät des Kaisers Franz Joseph I Dem freudigen Gefühle aus diesem Ereignisse wurde Ausdruck gegeben, indem der Lehrkörper und die Schüler Samstag, den 22. September dem Gottes- dienste Foiwohnten und sich hierauf im Gymnasium zu einer Schul- feier versammelten. Dieselbe bestand in drei Aufführungen:
1.„Nun danket alle Gott“, Choral von Ringhart.
2. Gedicht:„Gott erhalte“.
3. Orchester:„Anitras Tanz“, von Grieg
Die Schlussrede, in welcher die Bedeutung des Tages dargelegt wurde, hielt der Director.
Donnerstag, den 4. October wurde das Allerhöchste Namensfest Sr. Majestät des Kaisers gefeiert. Nach dem Gottesdienste fand im Turnsaale des Gymnasiums eine Schulfeier statt. Zum Vortrage gelangte:
1.„Lobet den Herrn“, Chor von Glaeser. 3
2„Zum 70. Geburtstag unseres Kaisers“, Gedicht von Frl. W. Nowak, Lehrerin in M.-Schönberg.*)
3. Orchester:„Anitras Tanzä, von Grieg.
*) Zum 70. Geburtstag unseres Kaisers.
Ein Engel flog zur Erde nieder, Sie werden Dir die Krone drücken
ein zartes Knäblein in dem Arm, aufs Haupt, fortan von Sorgen schwer, trat sinnend an die kleine Wiege sie werden Dich in Purpur hüllen,
und bettete es weich und warm. die Last verlässt Dich nimmermehr!
Er hauchte auf die zarte Stirne Und Glück?— Für andre es begründen, des Knaben einen Weihekuss: das wird Dein Glück fortan nun sein, „O, geh' mit Gott die steilen Bahnen, kanm bleibet Kraft Dir, Zeit und Ruhe,
zu freuen Dich für Dich allein!“
Und Jahre siod dahin geschwunden,
die ich dich nun geleiten muss!
Du armes Kind, im Fürstenhause
welch' schwere Pflichten warten Dein! das Kindlein ward ein Kaisergreis Kaum wird Dir Dein Geschick vergönnen wehmüthig lächelnd hält der Engel
die Seligkeit, ein Kind zu sein. stets ober ihm ein Lorbeerreis.
Sobald Dein Lebensmorgen grauet, Er ist den schweren Weg gegangen, wird manche Arbeit Dir zutheil! bat mehr, als Pflicht ihm war, gemacht, Bald musst Du lernen ringen, schaffen was er erdacht, erstrebt, errungen,
für andrer Menschen Glück und Heil! kein zweiter hätte es vollbracht.


