Aufsatz 
Die beiden Bildungswege unserer Zeit, und ihre Vermittelung / von Dr. Rossel, Conrector
Entstehung
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Spiele und gymnaſtiſche Uebungen ausgeführt, und zugleich die mit großer Anſtren⸗ gung von ihnen ſelbſt angelegte Kegelbahn eingeweiht.

Mit einem ähnlichen Turnfeſte wurden am 10. September die gymnaſti⸗ ſchen Uebungen des Sommerſemeſters beſchloſſen. Von mehreren größeren Spazier⸗ gängen, welche Lehrer und Schüler gemeinſchaftlich machten, hat beſonders der am 23. Auguſt nach Beilſtein mit ſeinen Baſaltbrüchen und Greifenſtein unternommene bei beiden Theilen die angenehmſten Erinnerungen hinterlaſſen.

Für die Pädagogialbibliothek waren 300 fl. und für den naturwiſ⸗ ſenſchaftlichen Lehrapparat 150 fl. bewilligt, wodurch die Anſtalt in den Stand geſetzt wurde, ihre verſchiedenen Sammlungen beträchtlich zu erweitern. Namentlich erhielt der phyſicaliſche Apparat durch eine Wage mit Gram⸗ mengewichten(Empfindl.= ½0090), eine Bunſen'ſche Batterie, einen Maßſtab mit 7 verſchiedenen Maßen, ein Eudiometer, ein Nicholſ. Aräometer, ein Thermo⸗ meter, eine Berzel. Lampe und einen Apparat für die chemiſchen Grundoperationen, welche Gegenſtände ſämmtlich von Luhme in Berlin bezogen wurden einen ſehr ſchätzbaren Zuwachs. Der Turnapparat wurde, außer einigen kleineren Stücken, durch ein Klettergerüſt vermehrt, zu welchem der hieſige löbliche Stadt⸗ vorſtand das erforderliche Holz mit höchſt dankenswerther Liberalität unentgeltlich verabfolgen ließ.

In Gemäßheit eines Hohen Miniſterial-Reſcripts vom 28. October wurde von Hoher Landesregierung unter dem 12. November dem Pädagogium der revidirte Lehrplan der Gelehrtenſchulen des Herzogthums mit der Anweiſung mitgetheilt, die Einführung desſelben baldmöglichſt einzuleiten. Es traten daher in der Be⸗ handlung der Lehrgegenſtände ſofort diejenigen Aenderungen ein, deren Einführung nicht mit beſonderen Schwierigkeiten verbunden war; größere Aenderungen dagegen, namentlich hinſichtlich des Umfangs der Lehrſtunden, werden erſt mit dem Beginne des neuen Schuljahres vorgenommen werden.

Da die Fürſorge der Hohen Behörden, in Berückſichtigung der vielen Ge⸗ werbtreibenden hieſiger Stadt und Umgegend, ſchon ſeit der Erweiterung der übrigen Gelehrtenſchulen des Landes zu vollſtändigen Gymnaſien darauf gerichtet war, dem hieſigen Pädagogium eine ſolche Ausdehnung zu geben, daß es, außer ſeiner bisherigen Beſtimmung für künftige Studirende, auch Nichtſtudirenden eine paſſende Gelegenheit zu einer ihren Verhältniſſen entſprechenden tüchtigen Schulbil⸗ dung darbiete: ſo wurde bereits zu Anfange dieſes Schuljahres von Hoher Landes⸗ regierung die Verfügung erlaſſen, daß die nichtſtudirenden Schüler der beiden oberen Claſſen während der dem Griechiſchen gewidmeten Lehrſtunden nicht mehr, wie früher, in anderen Claſſen beſchäftigt, ſondern ganz getrennt von den ſtudirenden, hauptſächlich in Realien, unterwieſen werden ſollten. Demgemäß wurden für die⸗ jenigen Schüler, welche auf den Wunſch ihrer Eltern von dem Erlernen der griechi⸗ ſchen Sprache dispenſirt waren, wöchentlich einige beſondere Lehrſtunden angeſetzt,