Aufsatz 
Untersuchungen über molekularphysikalische Eigenschaften wässeriger Salzlösungen und ihrer Gemische
Entstehung
Einzelbild herunterladen

17

aufwärts gerichtet und wölben sich mit den dünnen Zweigen zu einer ziemlich unregelmässigen Krone ab. Die Rinde ist glatt und schwarzgrau. Die Hainbuche kommt bei uns nur ver- mischt mit anderen Laubhölzern vor. Da sie anfangs strauchartig ist, sich stark verzweigt und den Schnitt gut verträgt, so wird sie jung oft zu lebenden Zäunen benutzt. Das Holz ist weiss, fest, hart und schwer zu spalten. Man verwendet es gerne zu Kammrädern, Schrauben u. dergl. m.

Corylus avellana L., der gemeine Haselnussstrauch. Der Haselnussstrauch bildet mit der Eiche, der Rothbuche und Hainbuche die Familie der Cupuliferen oder Becherfrüchtler. Er steht nur in kleinen Sträuchern auf der Ostseite.

11. Alnus glutinosa Gaertn., die Schwarzerle.

Die Erle ist in vielen und schönen Exemplaren auf der Nord- und Ostseite vertreten und trägt wesentlich zur Decoration des Weihers bei. Sie blüht schon im Februar, spätestens Anfangs März, noch ehe die Blätter sich entfaltet haben. Neben Corylus avellana, der gemeinen Hasel, Chimonanthus fragrans Lindl., der wohlriechenden Winterblume(am Bethmann'schen Weiher) und Acer dasy- carpum, dem weissen Ahorn, gehört sie zu den frühestblühenden Holzarten der Anlagen.

Die walzenförmigen, hängenden männlichen und die viel kleineren eirunden weiblichen Kätzchen stehen traubenförmig an einem gemeinschaftlichen Stiele. Nach der Blütezeit verholzen die Deckschuppen der weiblichen Blüten und es entstehen runde Zapfen, welche erst grün, dann braun und schliesslich schwarz werden. Lange noch, nachdem die flügellosen eckigen Früchte ausgefallen sind, gewahrt man die leeren Zapfen an den Bäumen. Das Blatt ist rundlich, nach unten in den Blattstiel verschmälert, oben stumpf und meist seicht ausgebuchtet, am Rande gezähnt. Auf der Unterseite sind die Blätter in den Nervenwinkeln braun behaart und die Oberseite ist in der Jugend klebrig, daher A. glutinosa. Spät im Herbste fallen die Blätter ab, ohne ihre Farbe verändert zu haben, und hinterlassen eine dreieckige Narbe. Die Blatt- knospen und die geschlossenen Blütenkätzchen für das künftige Jahr sind schon vor dem Laub- falle da. An den Blattknospen ist die Erle auch im Winter leicht zu erkennen, da bei ihr allein dieselben auf einem kurzen Stielchen stehen, während sie sonst sitzend sind. Die jungen Zweige sehen dreikantig aus, infolge der Form des Markes, welches ein Dreieck mit eingebogenen Seiten bildet. Dickere Zweige sind durch die überlagernden Jahresringe rund, zeigen aber immer auf dem Querschnitte in der Mitte die Dreieckform. Bei der Birke ist das Mark undeutlich länglich dreieckig.

Der Stamm der Erle erhebt sich, abgesehen von den strauchartigen, durch fortwährende Stocklohdenbildung erzeugten Exemplaren, bis zum Wipfel, ohne sich in Aeste aufzulösen und erhält dadurch mehr eine Pyramidenform, ähnlich unsern Nadelhölzern. Die Rinde ist aschgrau bis schwarzbraun und rissig.

Die Erle liebt einen feuchten Boden; man sieht sie deshalb in der Regel an Bächen, Flüssen und auf Moorboden durch ganz Europa. Auch in Nord-Afrika und in Asien ist sie zu Hause. In Deutschland finden sich bedeutende Erlenbrüche im Gebiete von Mecklenburg bis zur Lausitz, am weitläufigsten entwickelt in den Sümpfen Litthauens. Diesseits der Elbe gibt es noch einen grösseren Erlenbruch, den Drömling, an den Grenzen von Hannover, Braunschweig und

der Altmark.¹ Solche Erlenbrüche sind oft nur im Winter zu betreten, wenn der Boden gefroren

Grisebach, die Vegetation der Erde, I. 161.