Das neue Cebäude der Friedrich-Wilhelms-Schule(Gymnasium und Realschule)
zu Eschwege.
Zwei Jahre sind nun verflossen, seit die Behörden der Stadt Eschwege ihrer Friedrich-Wilhelms-Schule ein neues Studiengebäude zur Benutzung übergaben; Zeit ge- nug für seine Bewohner, es kennen und schätzen zu lernen. Der Schule gebietet nun- mehr die Dankbarkeit gegen ihre Unterhalter, deren Opferwilligkeit anzuerkennen. Pflicht der Lehrer ist es, den Schülern das rechte Verständnis zu eröffnen für die Wohltat, die ihnen die Eltern in der Herrichtung gesunder und heiterer Arbeitsräume erwiesen haben. Pflicht der Schüler, Ehrfurcht zu lernen vor dem vollendeten Werk mühvollen Nach- sinnens und langer, harter Händearbeit, das ihnen nicht bloss ein Obdach bieten, sondern das durch edle Formengebung und wohlgestimmte Farben- und Lichtzier in ihren Herzen Freude am Schönen und Guten wecken will.
So möge denn zu den vielen Schulbeschreibungen noch eine hinzukommen: unser Gebäude, so wenig es äusserlich prunkt, verdient sehr wohl in der Reihe bedeut- samer Schulbauten älterer oder jüngerer Zeit— wenigstens in Kurhessen— mit aufge- führt zu werden! Dis nachfolgende Betrachtung wählt dabei aber nicht den Standpunkt des Bauhandwerkers, dem besonders Baustoffe und Bauberechnungen wichtig sind, son- dern den des tätigen Schulmannes, der die geschaffenen Räume hauptsächlich auf ihre Verwendbarkeit hin prüft.


