höhere Mädchenſchulweſen“ entwickelte, da ging es in den verſchiedenen Fragen der höheren Mädchenbildung überall raſch vorwärts, und was die Vorzeit nicht zu leiſten vermocht,„das hat das 19. Jahrhundert, und zwar im weſentlichen in ſeinen letzten Jahrzehnten, zur Erſcheinung gebracht: eine deutſche höhere Mädchenſchule, ruhend auf dem Begriffeiner eigen⸗ tümlich weiblichen Bildung, welche nach Umfang und Inhalt, nach Grundlage und Ziel von der männlichen verſchieden iſt.“*)
2. Die Gründung der Mainzer Höheren Mädchenſchule.
Kein Wunder, daß unter ſolchen der Entwicklung des höheren Mädchen⸗ ſchulweſens günſtigen Verhältniſſen ſich bald auch in Mainz ein Kreis ein⸗ ſichtsvoller Männer zuſammenfand, der den alten Gedanken wieder aufgriff und ſo raſch wie möglich zu verwirklichen ſuchte, zumal da neben der katholiſchen inzwiſchen auch die evangeliſche und die israelitiſche Religionsgemeinde be⸗ deutend angewachſen waren.
uarern Am 10. April 1884 fand unter dem Vorſitze des Kommerzienrats ſammlung und St. C. Michel eine öffentliche Verſammlung ſtatt, an der 355 Bewohner von andanf eiee Mainz und 32 Bewohner von Kaſtel teilnahmen. Es wurde ein geſchäfts⸗ Ausſchuſſs. führender Ausſchuß gebildet, dem außer Michel folgende Herren angehörten: W. Bömper, Direktor der Mainzer Volksbank und Stadtverordneter; Ph. Brand, Direktor der Süddeutſchen Immobilien⸗Geſellſchaft; S. Fürth, Rentner; Medizi⸗ nalrat Dr. W. Heß, Stadtverordneter; Rechnungsrat G. F. Hüther, Garniſon⸗ verwaltungsdirektor; Dr. J. Keller, Keallehrer; Ph. Krebs, Architekt und Stadt⸗ verordneter; H. Menge, Gymnaſialdirektor; J. H. Müller, Oberlehrer(Haupt⸗ lehrer); G. Weihrich, Gymnaſiallehrer und Stadtverordneter; Th. Winkler, Redakteur; F. J. Aſinger, Bauunternehmer und Stadtverordneter; J. J. Zuck⸗
mayer, Rechtsanwalt. Lſfe Hfigat⸗ 6 Noch an demſelben Tage wandte ſich dieſer Ausſchuß an die Großh. Ausſchuſſes andie Bürgermeiſterei und an die Stadtverordnetenverſammlung mit der Bitte um fdt Verwaltans. Errichtung einer ſtädtiſchen Höheren Mädchenſchule. Sie wurde damit be⸗
*) J. Wychgram, Handbuch des höheren Mädchenſchulweſens, Leipzig 1897, S. 48. 6


