Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte und Kritik der Alexandersage. Auszug aus der syrischen Übersetzung des Pseudokallisthenes mit Beziehung auf den Text der griechischen Codices, sowie der lateinischen und armenischen Versionen : 1. Teil
Entstehung
Einzelbild herunterladen

9

moslemiſchen Dichter hierin Veranlaſſung genug, die Heldenthaten des Iskender Rumi zu beſingen. Es gibt darum neben Salomo keine ſagenhafte Perſönlichkeit, die im Orient populärer geworden wäre, als Alexander, und es iſt unmöglich, alle arabiſchen Com⸗ mentatoren, Geographen, Hiſtoriker, Dichter u. ſ. w. nur annähernd aufzuzählen, die ſich in längern Verherrlichungen Iskenders oder in kürzeren Anſpielungen auf ihn gefallen ¹). In vielen Legenden ſtrahlt er in der Glorie eines Propheten ²), in einer Menge von Sentenzen wird ſeine Weisheit gerühmt. Ich führe nur den arabiſchen Dichter Honein ben Ishak ³) und fünf andere handſchriftliche Werke über Alexanders Leben an, die Gräße beſonders namhaft macht.(Allg. Literärg. II. B. III. Abthl. I. Hälfte S. 437).

Daran ſchließen ſich die perſiſchen Hiſtoriker, wie Mir⸗ khond ¹) und die großen Dichter Firduſi, der Homer der Orientalen,( 1030) und Niſami,der perſiſche Arioſt,( 1180); erſterer Verfaſſer des Schahname, letzterer des Iskender⸗ name, in welchem Alexander nicht nur als Beſieger der Chineſen,

ſchlagende Ausführung bei Vogelſtein S. 30 40) und bei genauerer Kennt⸗ nis der Verzweigungen unſerer Sage immer wieder darauf zurückkommen, daß Muhammed keinen andern als den ihm freilich ſchlecht genug bekannten macedoniſchen Helden meine. Vgl. auch NMaracci ad Coran. Sur. 18, 85. ¹) Von Hiſtorikern nenne ich Tabari( 922), Masudt( 957), Hamza Isfähani(c. 961), Abulfaradsch( 1286) und Abalfeda(Ilist. anteislam. S. 68, 76, 78 ff. ed. Fleischer); von Dichtern citire ich nur Abulolae car- men I, 16. II, 19 ed. Vallers. Auch die Märchen von 1001 Nacht enthal⸗ ten manche unverkennbare Anklänge an die Wundergeſchichten des Pſeudo⸗ kalliſthenes, z. B. in Sindbads Reijen Ausg. v. Habicht B. 3 S. 378 ff. Weil I, 105 ꝛc. 2) Weil: Prophetenlegenden des Orients⸗ Frankf. a. M. 1845. S. 94 ff. Andere Legenden in Herbelot: Bibliothèque orientale. Mastricht 1776. ²) Das 3. Buch ſeines Werkes Adab el filasife handelt von Alexander, und die Dichtung iſt von dem Juden Cbarisi unter dem Titel Musarè ha- pilusuphima(Apophthegmata philosophorum) und theilweiſe von Schemtob ibn Palquera ins Hebräiſche überſetzt worden. S. Zachers Pſ. 179 u. 187. 4) Engl. Ueberſ. von Shea: History of the early kings of Persia p. 356 ff.