Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte und Kritik der Alexandersage. Auszug aus der syrischen Übersetzung des Pseudokallisthenes mit Beziehung auf den Text der griechischen Codices, sowie der lateinischen und armenischen Versionen : 1. Teil
Entstehung
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Vorwort.

AUn Ausgang der klaſſiſchen Zeit des Hellenenthums con⸗ centrirt ſich unſer Intereſſe in zwei großen Perſönlichkeiten, die, geſättigt von der Fülle griechiſcher Ideen, ebenſo ſehr die ihnen vorangegangene Kulturperiode zum Abſchluß bringen, als ſie eine neue, bedeutſame Reihe von Entwickelungsphaſen in der Geſchichte der menſchlichen Kultur einleiten, Alexander und Ariſtoteles. Wie dieſer das Facit der geſammten wiſſenſchaft⸗ lichen Forſchung der griechiſchen Denker vor ihm zieht und faſt unumſchränkt die philoſophiſche Speculation des Mittelalters be⸗ herrſcht, ſo verwirklicht jener, als ein anderer Achill, in ſich das Ideal helleniſchen Heldenthums und wird in der Folgezeit ein Lieblingsgegenſtand poetiſcher Verherrlichung für die Literatur aller Kulturvölker des Morgen⸗ und Abendlandes. Alexander ward der Vollſtrecker der Rache, die Griechenland aſiatiſcher Unbill längſt zugedacht hatte; er hat aber zugleich den Orient mit griechiſcher Bildung durchdrungen und ſo den Boden zubereitet, auf dem nachmals das Chriſtenthum erwuchs. Es iſt darum auch nicht zufällig, daß ſich ſpäterhin ſeiner Perſönlichkeit in

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