ist das ein Gewinn für die Schule, wenn weder hinsichtlich der Lehrer noch hinsichtlich der Schüler bedeutende äussere Veränderungen eintreten, vielmehr Alles in ruhigem Gleise fortgeht, aber im Innern rege auf das hohe Ziel der Anstalt gerichtete Thätigkeit herrscht.
Der Cursus des Sommerhalbjahrs wurde am 10. April eröffnet. Eine Ansprache des Directors, Vorlesung der Gesetze, feierliche Verpflichtung der neu aufgenommenen Schüler und gemeinsames Gebet leiteten, wie gewöhnlich, den Anfang des Unterrichts ein.
Vom 17. Nachmittags an bis zum 22. Mai waren auf Veranlassung des Pfingst- festes fünf freie Tage.
Am 4. Juni wurde Nachmittags ein Spaziergang in's Freie gemacht, an dem die Lehrer und fast alle Schüler Theil nahmen.
Vom 14. bis 16. Juni wurde eine Turnfahrt in die Umgegend bis Vacha unter der Leitung des Turnlehrers Buderus, dem sich einige andere Lehrer theilweise anschlos- sen, ausgeführt. Die meisten der zu stärkeren Märschen fähigen Schüler nahmen daran Theil. Se. IHochfürstl. Durchlaucht der Landgraf von Hessen-Philippsthal und Höchstderen Frau Gemahlin Hoheit zeigten sich sehr gnädig und herablassend gegen die Schüler unseres Gymnasiums bei ihrem Durchzug. Auch die Justizbeamten Herr Wolff zu Friedewald und Herr Hirschfeld zu Schenklengsfeld bewiesen denselben eine so zuvorkommende Aufmerksamkeit uad Theilnahme, dass ich ihnen ebensowohl als den eben genannten hohen fürstlichen Personen meinen tief gefühlten Dank öffentlich abzustatten mich gedrungen fühle.— Auch die jungeren Schüler mach- ten an einem jener Tage eine Excursion ins Freie unter der Leitung je eines oder meh- rerer ihrer Lehrer.
Die Sommerferien begannen am 6. Juli und dauerten drei Wochen bis zum 29. Juli.
Dienstags den 20. August wurde, wie gewöhnlich, der Geburtstag Sr. Königl. Hoheit des Kurfürsten ſfeierlich begangen. Der beauſtragte Lehrer Pfarrer Vial hielt die Festrede über die Verdienste des Dr. Konrad Mel, der, ein geborner Hesse, (geb. zu Gudensberg 1666) von Königsberg in Pr., wo er Professor und Hoſprediger war, von dem Landgrafen Karl hierher berufen, von 1705— 1733 als geistlicher Inspector und Rector des Gymnasiums wirkte und durch Stiftung des hiesigen Waisenhauses sowohl als durch erbauliche Schriften dauernde Denkmäler hinterliess. Auch zwei Primaner machten Redeversuche: August Giese aus Felsberg, deutsch über die National- Tugenden der alten Deutschen, Moritz Stamm aus Breitenbach, a. d. F. lateinisch
über den Spruch: de mortuis nil nisi bene. Ausserdem wurden ausgewählte Gedichte 7


