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und Schülern das Ihrige bei. An einem größeren, der unter der Leitung des Direktors und des Herrn Kuhl unternommen wurde und dem ſich auch die Herren Stroh und Goes angeſchloſſen hatten, betheiligten ſich die Schüler der drei oberſten Klaſſen. Reiſeziel waren die Städte Mainz, Biebrich und Wies⸗ baden. Früh mit dem erſten Zuge verließ die 38 Köpfe zählende Geſellſchaft Offenbach und kam auf der Taunusbahn, welche den Schuͤlern in ſehr aner— kennenswerther Weiſe die Hin⸗ und Rückfahrt für die einfache Taxe verwilligt hatte, gegen 7 Uhr in Caſtel an, von wo dieſelbe vermittelſt des Dampfboots nach Mainz überſetzte. Wir verließen jedoch die Stadt wieder auf dem nächſten Wege um zuerſt die Anlage und die Eiſenbahnbrücke zu beſuchen, und nahmen auf der ſo prachtvoll gelegenen Terraſſe der erſteren unſer Frühſtück ein. Nach einem Gang um einen Theil der Stadt zur Beſichtigung der Feſtungswerke be⸗ ſuchten wir die Stephans⸗ und Domkirche und begaben uns dann in das Schloß, wo uns die Sammlungen ohne Eintrittsgeld geöffnet waren. Am längſten feſſelte uns das römiſch⸗germaniſche Muſeum, in welchem Herr Profeſſor Lindenſchmitt in liebenswürdigſter Weiſe unſeren Führer machte. Ein weiterer Gang durch die Stadt galt den Denkmälern Schiller's und Gutenberg's. Nach eingenommenem Mittagsmahl fuhren wir zu Nachen nach Bieberich, gingen durch den Schloß⸗ garten, dann über die Adolphshöhe nach Wiesbaden, an den Trchene auf den Neroberg zur griechiſchen Kapelle und durch die Kurhausanlagen wieder zur Eiſenbahn, auf welcher die Reiſegeſellſchaft nach einem durch das heiterſte Wetter begünſtigten und an Anſchauungen überreichen Tage ziemlich ermüdet um 9 Uhr wieder in Offenbach eintraf.
Da das ſonſt alljährlich von dem hieſigen Turnverein veranſtaltete Jugendfeſt mit Rückſicht euf die damaligen Verhältniſſe im vorigen Sommer eha ſo feierte die Schule für ſich am 22. Auguſt ein Turnfeſt auf dem Bieberer Berge. An demſelben betheiligten ſich die Schüler aller Klaſſen, Linuſ liche ordentlichen Lehrer, ſowie zur Leitung und Beaufſichtigung der Wettübungen die beiden Herren Bode und einige Mitglieder des hieſigen Turnvereins, die ſich in dankenswerther Weiſe dazu bereit erklärt hatten. Auch einige Eltern hatten ſich eingefunden und ein heiterer, an Abwechſelungen reicher Nachmittag erfreute Jung und Alt bis zum Abend, wo mit einbrechender Dämmerung der Rückmarſch angetreten wurde.
Zu dem Beſuche der Ausſtellung von Feld⸗ und Gartenpro⸗ dukten, welche der hieſige landwirthſchaftliche Verein im Monat Oktober v. J. veranſtaltete, waren Lehrer und Schüler in freundlichſter Weiſe eingeladen worden. Dieſer Einladung wurde mit vielem Vergnügen Folge geleiſtet und wir fühlen uns verpflichtet, für dieſelbe hiermit öffentlich unſeren Dank abzuſtatten.
Der Geſundheitszuſtand von Lehrern und Schülern war im Allge⸗ meinen befriedigend; nur in den letzten Wochen hielten die hier aufgetretenen Kinderkrankheiten eine größere Zahl von Schülern der Vorbereitungsanſtalt vom Beſuch der Schule zuruͤck.
Von verſchiedenen Seiten wurden im abgelaufenen Jahr wieder der Schule eine Anzahl von Geſchenken zugewandt, für welche wir hier öffentlich danken. Wir empfingen: Von einem ungenannten Freunde der Schule am Geburts— tage Sr. Köoniglichen Hoheit des Großherzogs die Summe von fünfzig Gulden, welche zur Anſchaffung einer Altwood'ſchen Fallmaſchine verwendet wurde; durch die Großherzogliche Oberſtudien⸗Direktion die im Laufe
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