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Chronik des Gymnaſiums.
Das Schuljahr 1867— 1868 wurde, nachdem die zur Aufnahme Angemeldeten geprüft wor⸗ den waren, am 28. April mit einer gemeinſamen Andacht der Lehrer und Schüler eröffnet. Der Unterricht nahm am folgenden Tage ſeinen Anfang.
Wenige Tage zuvor war durch Beſchluß der Königlichen Adminiſtration vom 25. April der ordentliche Lehrer am hieſigen Gymnaſium Dr.- Friedr. Braun in gleicher Eigenſchaft an das Gymnaſium zu Marburg verſetzt und zum Erſatz der vorhinnige Gymnaſialpraktikant Daniel Bir⸗ kenſtamm mit der Verſehung einer Lehrerſtelle dahier beauftragt worden. Eine weitere Aenderung im Lehrerperſonal trat bald nachher ein, als der beauftragte Lehrer Dr. Otto Hartwig vom 1. Juni an zum Secretar bei der Univerſitätsbibliothek in Marburg ernannt wurde. Nach ſeinem Ab⸗ gange übernahm der zweite Prediger der hieſigen lutheriſchen Kirche, Pfarrer Stünkel, den Unter⸗ richt in der hebräiſchen Sprache und den Religionsunterricht in Quinta, Quarta und Tertia.
Vom 8—12. Juni blieben des Pfingſtfeſtes wegen die Lehrſtunden ausgeſetzt.
Am 17. Juni trat Pfr. Meurer, nachdem er im Mai durch Krankheit einige Wochen an Ertheilung ſeines Unterrichts verhindert geweſen war, einen dreiwöchigen Urlaub zum Zweck einer Badekur an, nach deren Vollendung er gekräftigt und wiederhergeſtellt zu ſeinem Lehramte zurück⸗ kehrte.
Die Sommerferien währten vom 8. Juli an drei Wochen.
Am 23. und 24. September wurden die Michaelisprüfungen gehalten. Unmittelbar danach folgten die Herbſtferien, die mit dem 12. Oktober ſchloſſen. Das Winterſemeſter nahm am 14. Oktober ſeinen Anfang.
Am 1. November kehrte zum fünfzigſten Male der Jahrestag wieder, an dem das hieſige Gymnaſium eröffnet worden war, und an dem der Schreib⸗ und Zeichenlehrer deſſelben G. H. Storck hier ſein Amt angetreten hatte. Die Feier dieſes Doppeljubiläums mußte auf den 31. Ok⸗ tober verlegt werden, weil der 1. November als Buß⸗, Bet⸗ und Danktag die Veranſtaltung einer Schulfeierlichkeit unmöglich machte.— Zur Theilnahme an dem Jubelfeſte hatte ſich eine große Anzahl von Freunden und ehemaligen Schülern der Anſtalt hier eingefunden, und die Zahl der Feſt⸗ gäſte würde noch weit größer geweſen ſein, wenn nicht die Nähe des kirchlichen Feiertages für viele Geiſtliche ein Hinderniß ihrer Betheiligung geweſen wäre. Der Herr Oberpräſident von Möller hatte die Ehre ſeiner Gegenwart bei dem Feſte zugeſagt; durch die Ankunft Ihrer Königlichen Ho⸗ heiten des Kronprinzen und der Frau Kronprinzeſſin in Kaſſel daran gehindert, ſprach er ſeinen Glückwunſch ſchriftlich aus und verband damit den Ausdruck der Hoffnung, daß das Gymnaſium zu Rinteln den weiteren Wirkungskreis, welcher ihm jetzt durch den Eintritt in die Reihe der Preußi⸗ ſchen Gymnaſien geboten ſei, zum Segen des Vaterlandes benutzen werde. Von der Königl. Regie⸗


