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Ein ganz neues Element trat zu dem hieſigen Gymnaſium durch die Einrichtung von Real⸗ klaſſen im Jahre 1841. Die erſte Anregung dazu hatte Direktor Wiß ſchon 1837 gegeben, jedoch blieb die Sache damals ohne Erſolg. Als zwei Jahre ſpäter die Regierung zu Kaſſel Vorſchläge zur Verbeſſerung der hieſigen Handwerksſchule bei dem Miniſterium einreichte, wurde von Wiß, in Folge einer an ihn gerichteten Anfrage über die Zuläſſigkeit der Beauftragung von Lehrern des Gymmaſinms mit Ertheilung von Unterricht an der Handwerksſchule, die Verbindung von Real⸗ klaſſen mit dem Gymnaſium empfohlen. Er wies dabei anf bewährte Beiſpiele preußiſcher Gym⸗ naſien hin, wo auch zur Ausbildung für diejenigen, welche ſich dem höheren Gewerbſtande zu widmen beabſichtigten, ſolche Klaſſen beſtänden, in denen die Schüler theils mit den Gymnaſialſchülern zuſammen, theils von dieſen abgeſondert unterrichtet würden. Wiß erhielt darauf den Auftrag, einen doppelten Plan zur Erweiterung des Gymnaſiums zu entwerfen, den einen in der Richtung, daß die Gymnaſialklaſſen auf fünf beſchränkt blieben und nur einige Realklaſſen hinzugefügt würden, den andern in der Weiſe, daß das Gymnaſium neben der Hinzufügung von Realklaſſen auch noch durch eine Sexta vervollſtändigt werden ſollte. Der Plan wurde eingeſandt, ſchien aber ebenſowenig Erfolg wie die früheren Vorſchläge zu haben, da lange Zeit nichts darauf verlautete. Inzwiſchen ſchied Wiß in Folge ſeiner Verſetzung nach Fulda aus ſeinem hieſigen Amte und hinterließ die Weiterführung des von ihm begonnenen Werkes ſeinem Nachfolger Brauns. Nachdem dieſer die Angelegenheit von neuem aufgegriffen, auch die dabei in Betracht kommenden Fragen in Verbindung mit dem Bürgermeiſter, dem Landbaumeiſter, dem Rektor der Stadtſchule und einigen Lehrern des Gymnaſiums einer eingehenden Prüfung unterzogen hatte, erncuerte er die früheren Vorſchläge und bewirkte, daß durch landesherrlichen Beſchluß vom 1. Auguſt 1840 die Errichtung zweier Realklaſſen genehmigt wurde. Ein Jahr ſpäter, Michaelis 1841, nahm der Un terricht in denſelben ſeinen Anfang.
Die Art und Weiſe, wie ſich die Vertheilung der Lectionen durch die einzelnen Klaſſen während der erſten Zeit geſtaltet hat, läßt die nachſtehende Ueberſicht erkennen, welche aus dem Stundenplan des Winterſemeſters 181 ½0 zuſammengeſtellt iſt. Die Schwierigkeiten der erſten Einrichtung waren damals überwunden, das Lehrercollegium vollzählig beſetzt und die Ordnung ſo getroffen, wie ſie in der nächſten Zeit beibehalten werden ſollte.
1 11 ull IV Griechiſch 4 4 4 Lateiniſch 8 7 9 9 Deutſch 222 5 Franzöſiſch 23 2 2 Engliſch 2 3 Religionslehre 2 Geſchichte 2 2 2 Veographie 2 2 2 Naturkunde 2 1 Mathematik(Rechnen)—414 4 3 2 Schreiben 1 2 Zeichnen 2 2 12


