Mittheilungen aus der Geſchichte des Gymnaſiums zu Rinteln.
1. Die Alniverſität zu Kinteln.
As Graf Ernſt von Holſtein und Schaumburg im Jahre 1601 nach dem Tode ſeines Bruders Adolf zur Regierung über das ganze Schaumburger Gebiet gelangt war, von dem er vorher nur einige Aemter inne gehabt hatte, fühlte er ſich gedrungen, durch die Stiftung einer bleibenden, edlen Zwecken gewidmeten Anſtalt ſich um die Wohlfahrt ſeiner ſchaumburger Unterthanen dauernd verdient zu machen. Er war jedoch zweifelhaft, ob es gerathener ſei, ein Armenhaus, zu deſſen Erbauung er ſich durch ein Gelübde verpflichtet glaubte, oder eine höhere Lehranſtalt, ein Gymnasium illustre, zu gründen, und erſt nach langem Erwägen und Bedenken ließ er ſich durch die dringenden Vorſtellungen ſeiner Räthe, beſonders ſeines Kanzlers Anton von Weitersheim, beſtim⸗ men, der letzteren Abſicht den Vorzug zu geben*). Das Gymnaſium wurde in Stadthagen(auch
*) Post longam maturamque, quae praccessit, deliberationem responderunt omnes, facinus factumque esse sanctum, divinum, gloriosum ac religiosum egenis exstruere domicilium; at longe sanctius, divi- nius, gloriosius atque religiosius esse Lyceum aliquod publicum pietatis artiumque liberalium officinam aperire. Optimus Heros optimis consiliis dedit locum, et in re illa magna promovenda imprimis laboravit vir magnificus ac in solidum nobilis Antonius a Witersheim, cancellarius ac consiliarius Holsato-Schauenburgicus. J. Eichrodii oratio de natalibus, vita et obitu D. Ernesti- Principis. Vergl. Dollens kurzgef. Geſchichte der Grafſchaft Schaumburg S. 394 ff. Boclo, Geſchichte der 200 jährigen Stif⸗ tung des Fürſten Ernſt von Schaumburg S. 8.
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