I.
Unsere erste Aufgabe ist, die Idealisirung der Skythen darzustellen; die zweite, den Uebergang derselben auf die Germanen aufzuklären.
Schon die Homerischen Gedichte enthalten die Vorstellung von einer besseren, gerechtaren, glücklicheren Existenz der Menschen, welche entweder in früherer kräftiger Zeit(man denke an das mehrfache wehmüthige olou ν νν σο εdασ) oder fern von der bekannten griechischen Welt in weit entlegenen Völkern lebten. Vielfach ist dies bei Homer mit mythischen Anschauungen verbunden, wie z. B. in der Erzühlung von den frommen und glücklichen Phäaken, welche auf der Insel Scheria im weiten Meere να A α ſnoe( 8),»fern von den erfindungsreichen(?), betriebsamen Menschen« leben. Past wird man dabei schon an den Gegensatz von Cultur und Naturglück erinnert, s. u. Ebenso gehört dahin das Elysische Gefilde an den Grenzen der Erde(retodaτ„ng, 3 561),»wo das Leben leicht dahin fliesst, wo weder Schnee noch Sturm oder Regen herrscht, sondern kühlender Zephyr vom Okeanos her weht, und wo der gerechte Rhada- manthys regiert«.*) Aber auch die Aetbiopen sind für Homer noch ein mehr als halb mythisches Volk; sie wohnen als α☚ρ τι 5σςρ(α 23) fern am Aufgang und Untergang der Sonne, oder am Ufer des Okeanos( 205); die Götter verkehren bei ihnen und nehmen die Opfergaben des frommen Volkes gern an. Und wie anziehend ist das Land der Loto-
phagen, wo die Gefährten des Odysseus sich verleiten lassen wollten zu bleiben und der Heim-
kehr zu vergesseni 97)! In Erinnerung an solche homerische Schilderungen nannte man auch später bei genauerer Fixirung der geographischen Begriffe die afrikanischen Aethiopier die „grössten, schönsten und am längsten lebenden der Menschen«,**) die Lotophagen an den Syrten aber»gastfreundliche Leute«.***)
In ganz andere Regionen führt uns dagegen eine Stelle der Ilias, welche für unsern Gegenstand von noch grösserer Wichtigkeit ist. Als Zeus den Kampf der Heere an dem
*) Die Frage nach dem Ursprung der einzelnen homerischen Stellen berühre ich nicht, da- sie ebenso schwierig als für meinen Zweck gleichgültig ist. Vgl. zu obigen Stellen Müllenhoff's deutsche Alterthumskunde Bd. I.(Berlin 1870) S. 46 ff.
Ardoas uerloτoe ead zuνμιτοσναςα ναάαν aoowirove Her. III. 114; sowie mit etwas anderer Färbung dieser Idealisirung Mela III. 85: pulchri forma, aequi corporis, parumque venerati opes, veluti optimarum alumni oirtutum. Nikolaos von Damaskus frg. 142 M.: Aoxouot It suαεeν να Ʒπσαννν AS OO αά τν α oiεα, εα εέν ταις οσςσ τεενμιμνινανν r07,4 58 elg 2Aérrer. Favorinus frg. 40 M.: AiStoreg ετοι υα Seodg ériεεινιαασσάη☛ά lν νμοιςα εeνννσνσααναο.
—) Aτοᷣeρά αονυασ⁹, φινseενοι νεναes Dionys. Per. 206.
Homer.


