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dieſer Mittheilungen wird ſeine Verwertung bei der Darſtellung der innern und äußern Geſchichte des Kloſters ſpäter finden; hier wollen wir nur einen kleinen Zug, der uns einen Blick in den Haushalt der Mönche thun läßt, aus dieſen Bruchſtücken herausnehmen. Als einſt der Kaiſer Ludwig der Fromme bei ſeiner Anweſenheit im Kloſter Fulda geſehen hatte, daß die Mönche in ihren Lampen Schweinefett brannten, ſo hatte er verſprochen, ihnen einen Oelgarten in Italien zu ſchenken. Da nun der Kaiſer im Laufe der Zeit wahrſcheinlich dies Verſprechen vergeſſen hatte, ſo brachte Hraban, der auch ſeinen Mönchen bei ihren Studien ein beſſeres Licht gönnen mochte, wieder⸗ holt die Sache in Erinnerung; er ſchrieb Briefe an den Kaiſer, an Irmingard, die Gemahlin des Kaiſers(ob Ludwig's erſte Gemahlin († 818) oder Lothars Gemahlin(821— 851),) an den Erzkanz⸗ ler Baturich,(Biſchof von Regensburg 817— 847), der auch einſt ein Zögling des Kloſters Fulda geweſen war und nun an dem kai⸗ ſerlichen Hofe den Beſchützer des Kloſters abgab. Wir erfahren jedoch nicht, ob dieſe Bittſchriften Erfolg gehabt haben, in den Traditiones findet ſich wenigſtens kein Anhalt dafür. Welche reiche Fundgrube dieſe Briefe gerade geweſen wären, kann man aus dem wenigen ſchließen, was uns davon erhalten iſt, denn dies iſt gerade nur das, was die Magdeburger Centuriatoren intereſſirte; welche Friſche des individuellen Lebens würde für uns aufgehen, wenn dieſe Sammlung noch zugänglich wäre, die nach den Auszügen zu ſchließen, an 44 Briefe aus jener Zeit enthielten und die für uns und unſere Ge⸗ ſchichte ein ſchwer zu vermiſſendes„Blaubuch“ ſind! Im Hinblicke jedoch auf das uns noch erhaltene Urkundenmaterial, ſchließen wir dieſes Buch mit den Worten Eberhards aus der Vorrede zum erſten Bande: Certi enim sumus, quia quicunque legerit vel audierit, quanta auctoritate patrum locus iste venerabilis fundatus sit, quantis praeceptis principum confirmatus, quanta religione vene- rabilium fratrum interius et exterius excultus, quantoque voto et desiderio sanctarum animarum exoptatus sit; semper locum istum prae oculis habens odorem bonae opinionis eius ubique praedicabit. ¹)
¹) Die in den Anmerkungen angekündigten Anlagen I— XII zum erſten Buche werden dem zweiten Buche beigeheben werden.
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