Aufsatz 
Das Kloster Fulda im Karolinger Zeitalter : 1. Buch. Die Urkunden
Entstehung
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freigebiger Hand königliche Villen und große Beſitzungen dem Kloſter übergaben, von Bl. 7 b bis Bl. 82b; dieſen reihen ſich dann die Schenkungen anderer Leute an, die ebenfalls nur in Form von Summarien von Bl. 83 a 115 b mitgetheilt ſind; dieſelben ſtehen bei Dronke, in den antiquitates auf S. 69 115 und umfaſſen die Schenkungen aus den Gauen Thüringens mit 310 Nr.; aus den Gauen Grabfeld und Tullifeld mit 225 Nr.; aus den Gauen Bayerns und Schwabens mit 82 Nr.; aus den Gauen Sach⸗ ſens und Frieslands mit 114 Nr. und ſodann aus dem Main⸗ gau und der Wetterau mit 321 Nr. Im Ganzen 1052 Schen⸗ kungen. Auf dieſe Summarien folgen nun von Bl. 116a 131a die Tauſchverträge(concambia) und ſodann ein Abſchnitt über die Ein⸗ künfte des Kloſters, ſeine Dienſt⸗ und Zinsregiſter(Dronke, ant. 115 142); den Schluß von Bl. 1584 190b machen die Schenkun⸗ gen der Mönche und Kloſterangehörigen; Eberhard nennt dieſen Ab⸗ ſchnittlibellus de oblationibus fratrum fuldensium und weiſt in der Einleitung zu dieſem Kapitel den Einwand, den man damals erhob, daß die Kloſtergeiſtlichen ſo viele Geſchenke nicht hätten an⸗ nehmen ſollen, mit den Worten zurück:Si vobis spiritalia semina- mus, id est orationes ad deum mittimus, cur non vestra carna- lia metamus, id est vestris terrenis facultatibus sublevamur. Den Schluß des zweiten Theils macht die Autobiographie Marewards(in den Urkunden Marchward, bei Eberhard Marquard und Marchward). Von dem ganzen codex Eberhardi beſitzen wir nun wiederum eine Copie in einem Bandev; ſie iſt angefertigt ent⸗ weder in der 2. Hälfte des 13. oder zu Anfang des 14. Jahrhun⸗ derts. Es ſind darin alle Abbildungen und gemalte Initialen weg⸗ gelaſſen, deshalb hat ſich der Inhalt in einen Band vereinigen laſſen. Die Handſchrift enthält 248 Blätter in fol. Pergament, und iſt ebenfalls in 2 Columnen geſchrieben. Dieſe Copie iſt im Archive bezeichnet als Copiarium III und bereits oben erwähnt; ſie iſt des⸗ halb wichtig, weil man in dieſem Codex die urſprüngliche Lesart wieder findet, welche im codex Eberhardi eine ſpätere Hand corrigirt hat. Wir haben ſonach als Hauptquelle für den Nachweis über die Schenkungen, beziehungsweis die Schenkungsurkunden ſelbſt, erſtlich den erhaltenen Band des älteſten Chartulariums, dazu die Ab⸗ drücke zweier anderer jener Chartularien durch Piſtorius, ſodann den Codex Eberhards nebſt dem Copiarium III. Dieſe Traditionen hat Schannat zum größtentheile in ſeinem Corpus traditionum fuldensium(1724), zum Theile auch in der historia fuldensis I. und dem dazu gehörigen codex probationum II. in ſeiner Dioece- sis fuldensis cum annexa sua hierarchia(1727) ſowie in ſeiner