— 100—
außerhalb der Grenzen des Zeitraums, den wir betrachten; jedenfalls haben wir darin überhaupt nur Nachträge ſpäterer Zeit zu den beiden Hauptbüchern zu ſehen.
Wenn gleich uns zur Zeit fünf der 8 vorhergenannten Codicille ganz fehlen, ſo ſind wir dennoch auch über deren Inhalt im Allge⸗ meinen unterrichtet. In den Jahren(1152— 1165) machte nämlich, wie erwähnt, unter der Regierung des Abts Marcward der Mönch Eberhard ſeine neuen Copien der vorhandenen Urkunden, die ſich als zwei Pergament⸗Codices im hieſigen Archive im Ganzen gut erhalten befinden. Eberhard hat die Urkunden in gewiſſe Abtheilungen ge⸗ bracht und dieſen, ſowie dem ganzen Werke Prologe vorausgeſchickt, in welchen er ſich über den Inhalt der einzelnen Abſchnitte aus⸗ ſpricht. Das Werk im Ganzen enthält folgende Theile: 1) privilegia apostolicorum; 2) praecepta regum et imperatorum, von denen wir im Vorhergehenden ſchon gehandelt haben; 3) oblationes fidelium; 4) concambia quorundam prediorum; 5) traditiones familiarum monasterii Fuldensis. Der erſte Band enthält im erſten Abſchnitte von Blatt 3 b an bis 69a 59 Bullen der Päbſte, wie dieſelben nach dem Index des Manuſcripts in der Anlage angegeben ſind; dieſelben zerfallen in eine doppelte Reihe a) prima distinctio von Zacharias bis auf Benedict VIII.(1024), b) secunda distinctio beginnt mit dem unechten Briefe des hl. Bonifacius an Zacharias und mit der interpolirten und verunechteten Bulle Zacharias I. und geht bis auf die Zeiten, wo Eberhard das Werk ſchrieb; die letzte Bulle Nr. 59 iſt das Privilegium Hadrian's IV. an den Abt Mareward und fällt zwiſchen 1155— 1159,(Jaffe, 7072.)
Der zweite Abſchnitt geht von Blatt 70a— 135b und ent⸗ hält die Immunitäten und Urkunden der Könige und Kaiſer. Der dritte Abſchnitt von Blatt 136a— 177 beginnt mit der chartula St. Bonifacii und enthält ſodann die Traditiones fidelium, Schen⸗ kungen Privater, nach den Gauen geordnet, aber nur im Auszuge als Summarien; es finden ſich hier die Urkunden ausgezogen, welche in den 8 ehemals vorhandenen Codicillen ent⸗ halten waren, zu deren Controlle uns noch, wie oben erwähnt, die Urkunden in einem der alten Chartularien ſelbſt und von zweien derſelben durch Piſtorius erhalten ſind. Die Summarien dieſer Ur⸗ kunden ſind in capitula getheilt, es folgen deren 51 an der Zahl; den Index ¹) derſelben entnehmen wir aus dem ſpäter zu erwähnenden Copiarium III des hieſigen Archivs; es iſt offenbar, daß das erhaltene Chartularium die Urkunden zu dieſen Summarien enthält; dieſelben
¹) Anlage XI.


