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trauriges Geſchick zwei Jahrhunderte in der Tradition gelebt hat. Seine per⸗ ſſönlichen Eigenſchaften, ſeine Uneigennützigkeit und Pflichttreue, ſeine überzeugs⸗ volle Hingebung, ſeine Schlichtheit uunud Sittenreinheit und mit einem Worte die ſtrenge Ehrenhaftigkeit ſind neuerdings mehr und mehr gewürdigt worden.“ Der verſtorbene kunſtſinnige König Ludwig I. von Baiern iſt für dieſen geſchmähten Feldherrn ſchon ſeiner Zeit eingetreten, wenn er in der Feldherrnhalle in München auch eine Tilly⸗Statue hat errichten laſſen, bei deren Einweihung er gleichſam mit Prophetenſtimme für unſere Zeit ausrief 65):„Dieſes Standbild iſt ein Beweis, daß wir der Dienſte Tilly's nicht vergeſſen. Arg ver⸗ leumdet war er zwei Jahrhunderte lang, alzr durch des Vorurtheils Nebel dran⸗ gen der Wahrheit Strahlen.“ Und nun noch eins, li. ee Leſer: Beſuchſt Du einmal die ehrwürdige, durch ibren altertümlichen Dom weithin bemerkbare Stadt Regensburg an der blauen Donau Strand, ſo wandere auch durch die ſandige Ebene nach der aus der Ferne Dir entgegenblickenden, auf einem waldigen Bergesvorſprunge gelegenen Walhalla,„dem Cempel deutſcher Ehren.“ Dort findeſt Du in dem prachtvollen, in doriſchem Stile aufgeführten monumentalen Bauwerke, dem Parthenon auf der Akropolis zu Athen nachgebildet, neben den Meiſtern der deutſchen Kunſt und Wiſſenſchaften, den Staatsmännern und Fürſten auch die Büſte des Marsſohnes Tilly, die Dir ſtumm entgegenruft:
„Ich bin nicht vergeſſen!“
Vergl.: ¹3⁵) Villermont, S. 620.


