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Pholas dactylus, die Bohrmuſchel, bohrt ſich mit Hülfe des Schalenrandes ſelbſt in feſtes Geſtein. Es war ſeiner Zeit ein Stück Geſtein von den Seehundsklippen bei Helgoland ausge⸗ ſtellt, das mit Bohrmuſcheln beſetzt war.
Lithodomus lithophagus, der Steinbohrer, eine langgeſtreckte Muſchel mit brauner, glän⸗ zender Schale; löſt das Geſtein wahrſcheinlich mittels eines ätzenden Saftes auf; die berühmten Bohrungen an den Säulen des Serapistempels zu Puzzuoli ſind durch ſie hervorgebracht.
In den Süßwaſſerbecken finden ſich verſchiedene Arten von Schwanenmuſcheln,*Anodonta, und die Malermuſchel,*Unio pictorum aus dem Main; an ihnen kann man beſonders die Athem⸗ röhren oder Siphonen gut beobachten.
Schnecken:
Doris tuberculata, die Sternſchnecke; hat kein Gehäuſe; am Kopf ſtehen zwei geringelte Fühler, auf dem Rücken ſternförmig angeordnete Kiemen. Sie legt ihre Eier in ſpiralig aufge— rollten Bändern ab, die gegen 80,000 Eier enthalten.
Aplysia depilans, der Seehaſe, ein etwa 2 dm großes, ſchwärzliches Thier, mit zwei Paar Fühlern und mit flügelartigen Mantellappen, die es zum Schwimmen benutzen kann. Er enthält einen giftigen Saft, der mit Anilin identiſch zu ſein ſcheint. Mittelmeer.
Patella vulgata, Napfſchnecke; Gehäuſe napfförmig.
Haliotes tuberculata, das Seeohr; Gehäuſe ohrförmig.
Nassa reticnlata, die Fiſchreuſe; etwa 25 mm groß; Gehäuſe mit netzförmigen Falten; Athemrohr ſehr lang.
* Buccinum undatum, das Wellhorn; 7—8 em; Gehäuſe gelblichgrau mit Längs- und Querfurchen; Athemrohr ſehr lang. Die Eierhaufen deſſelben, die es auch im Aquarium ziemlich häufig ablegt, ähneln einem Hummelneſte; ein ſolcher faſt fauſtgroßer Haufen beſteht aus einzelnen kugligen Hülſen, die mehrere Eier enthalten, von denen ſich aber nur eins entwickelt; die übrige Brut wird von dem einen ſich weiter entwickelnden Jungen verzehrt. Man hat die vollſtändige Entwicklung im hieſigen Aquarium beobachten können. Leere Gehäuſe bewohnt der Einſiedlerkrebs, Pagurus Bernhardus.
Kopffüßer, Cephalopoda:
Octopus vulgaris, der Seepolyp. Wir unterſcheiden an dem Körper deſſelben zunächſt leicht Kopf und Rumpf. Auf ſeinem Kopfe ſtehen in einem Kreiſe acht an ihrem Grunde durch eine Haut verbundene Fangarme, jeder mit zwei Reihen, nach der Spitze der Arme zu, immer kleiner werdender Saugnäpfe beſetzt; zwiſchen dieſen Armen liegt der für den Aguarienbeſucher aller⸗ dings nicht ſichtbare Mund mit papageiſchnabelartigen Kiefern. An den Seiten des Kopfes ſtehen zwei hochentwickelte Augen. Was wir von dem Leib gewahren, iſt eine den eigentlichen Leib um⸗ hüllende, nur längs dem Rücken mit dem Körper zuſammenhängende Haut, der Mantel, der ſich in der Halsgegend deutlich vom Körper abhebt; hier befindet ſich eine Röhre, der Trichter, und in dem Raum zwiſchen dem Mantel und dem Körper liegen die Kiemen. Wir ſehen das Thier
fortwährend ſcheinbar mühſame Athembewegungen ausführen; in Folge derſelben tritt beim Ein⸗ 3*.


