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ſiedler ſind recht unverträgliche Geſellen; wann immer nur zwei auf ihrem Wege ſich begegnen, da iſt auch ſchon der Streit entbrannt und ein Gebalge, ein Aufeinanderlosſchlagen mit den Scheeren beginnt. Im Uebrigen gehören ſie zu den poſſierlichſten Thieren, die das Aquarium beherbergt. Man beokachte nur einmal einen, der ein neues Logis ſich einzurichten im Begriff iſt. Das alte paßte ihm nicht mehr, war vielleicht zu eng geworden und er hat nun glücklich unter den vielen umherliegenden Schalen eine gefunden, die ihm einen angenehmeren Aufenthalt verſpricht. Zunächſt wird das Innere des Gehäuſes ſorgfältig unterſucht, es könnte ja Sand, Muſchelſcherben und andere harte und ſcharfe Dinge enthalten, deren Anweſenheit der weiche Hinterleib unangenehm empfinden würde. Er holt, ſo gut er kann, jedes Steinchen und Muſchelſtückchen einzeln mit ſeinen Scheeren aus dem Gehäuſe hervor. Findet er nichts mehr, ſo kann der Umzug vor ſich gehen; aber mit welcher Vorſicht geht er da zu Werke; er hält erſt ſorgfältig Umſchau, ob nicht einer ſeines Gleichen oder ſonſt ein Bewohner des Beckens in der Nähe iſt, der nach dem weichen Hinter⸗ leib ſchnappen könnte; glaubt er ſich ſicher, dann faßt er die neue Schale und wie ein aufs Pferd ſich ſchwingender Reiter, ſo iſt der Einſiedler mit einem Satz in der neuen Behauſung. Aber— in der Tiefe der Schale war noch Sand; wir erkennen an ſeinen Bewegungen ſein Unbehagen und ehe wir es uns verſehen, ſitzt er wieder in dem alten Gehänſe, um der weitern Reinigung des neuen zu obliegen. Wie er indeß den Sand aus dem Gehäuſe herausbekommen wird, darauf dürfen wir ein wenig neugierig ſein, denn die Scheeren laſſen ihn hierbei im Stich. Aber unſer Bruder Bernhard iſt ein ganzer Practikus; wie ein Küfer den letzten Tropfen aus einem Faß entleert, ſo ſtellt er die Schnecke auf die Spindel und rüttelt und ſchüttelt, bis das letzte Sand⸗ korn heraus iſt.
Pagurus Prideauxi iſt der Name des Einſiedlerkrebſes, der ſich mit Suberites domuncula (S. 9) vergeſellſchaftet findet. Mittelmeer.
Lithodes arctica, die Steinkrabbe; der Seeſpinne(S. 17) ähnlich, hat aber nur vier Bein⸗ paare und iſt leuchtend roth. Stammt von der norwegiſchen Küſte.
Von den kurzſchwänzigen Krebſen, den Brachyuren iſt am häufigſten im Aquarium
*Careinus maenas, der gemeine Taſchenkrebs. Auch ſein Leib zerfällt in ein Kopfbruſtſtück und einen Hinterleib; den letzteren ſehen wir aber nur, wenn der Krebs uns die Unterſeite zu⸗ wendet; er wird ſtets unter das Kopfbruſtſtück geklappt getragen. Der Taſchenkrebs läuft ge⸗ wöhnlich ſeitwärts. Auch er iſt, gleich dem Einſiedlerkrebs, ein munteres, ſtreitſüchtiges Thierchen. Er dient im Aquarium als Futterthier; zuweilen verläßt er die ihm angewieſenen Becken und treibt ſich als Störenfried in andern mit zarten Meeresbewohnern beſetzten umher, ja, er iſt ſo⸗ gar ſchon auf Spaziergängen draußen im Garten ertappt. Manche kurzſchwänzigen Krebſe, können lange außerhalb des Waſſers verweilen; ſie ſetzen das in ihrer Kiemenhöhle mit aus Land ge— nommene Waſſer durch Bewegung gewiſſer Mundtheile in Circulation und erfriſchen es fort— während von neuem an der Luft.
*Cancer pagurus, der große Taſchenkrebs. Rothbraun, müt ſchwarzen Scheerenſpitzen. Iſt ein viel langweiligerer Geſelle als der vorhergehende; er ſitzt oft tagelang regungslos an der⸗ ſelben Stelle.


