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Für die Kirchengeſchichte wird mancher Beitrag gewonnen. Außer der Vertiefung und Ergänzung der Reformationsgeſchichte gewinnt der Schüler Kenntnis von Meſſe und Utraquiſten, Dom⸗ kapitel und Domherren, Kapuzinern und Jeſuiten, Tedeum u. a. Freilich müſſen auch gerade in kirchen⸗ geſchichtlicher Beziehung zuweilen ergänzende Belehrungen zur Darſtellung Schillers hinzutreten, weil er den religiöſen Beweggründen z. B. denen Guſtav Adolfs nicht immer gerecht wird. Zu dieſen Er⸗ gänzungen ſind auch die berühmteſten Kirchenlieder jener Zeit zu rechnen, welche an paſſender Stelle in die Erzählung eingeſchaltet werden. So iſt es bei der Erzählung vom Reſtitutionsedikt im zweiten Buche ſehr angebracht an Joſua Stegmann und das in Quarta gelernte Lied: Ach bleib mit deiner Gnade, zu erinnern und beim Abſchluß wird man das proteſtantiſche Tedeum, das der Krieg hervor⸗ gebracht, Martin Rinkarts: Nun danket alle Gott, nicht unerwähnt laſſen, zumal die Kirchenlieder und einige Volkslieder das einzige ſind, was von der deutſchen Literatur jener Zeit erwähnt werden kann.
Mancher Begriff wird aus Schillers Darſtellung gewonnen und durch die konkreten Fälle zur Klarheit erhoben: Fanatismus, Schwärmerei und Begeiſterung, Staatsmann und Eroberer; und wie bereits erwähnt, läßt ſich durch eine große Menge Schillerſcher Ausſprüche der Begriff des Tragi⸗ ſchen vorbereiten. Eine ganz auſehnliche Sammlung wertvoller Sentenzen kommt zuſammen, wenn man acht giebt auf die von Körner erwähnten„eingeſtreuten Bemerkungen, die zum Nachdenken Stoff geben.“
Für die Rhetorik, Stiliſtik und Onomatik iſt die Ausbeute nicht gering. Prachtvoll und von allgemeinem Werte iſt die Parabel von den zwei Brüdern, durch welche Schiller das Verhältnis der beiden Kirchen zu einander beim Abſchluß des Augsburger Religionsfriedens im erſten Buche an⸗ ſchaulich macht. Vergleich und Metapher, Anaphora und Kontraſt, Antitheſe und Oxymoron, Apoſtrophe und rhetoriſche Frage kommen vielfach vor; von der Ironie macht Schiller oft, zuweilen ſogar von Humor und Witz Gebrauch. Für die Auſfſätze kann es nützlich werden, die Aufmerkſamkeit auf die Übergänge zu lenken.
Wir verzichten darauf, aus der Fülle der ſprachlichen Beobachtungen, zu denen Schillers Proſa Gelegenheit bietet, einzelne Beiſpiele zu bringen und ſchließen dieſen Bericht mit der Bemerkung, daß eine derartige Behandlung des Werkes das Sommerhalbjahr der Obertertia ausfüllt. Auch vom zweiten Halbjahr ſind in der Regel noch einige Monate nach Abſchluß der Beſprechung nötig, um das nach jener geſchilderten Topik gewonnene Material zu verwerten, zu verknüpfen und mannigfaltig zu geſtalten, damit es ein Tummelplatz wird für die mündlichen und ſchriftlichen Ubungen der Mutterſprache.
Anhang. Die Kompoſition des Werkes.
1. Die Perſonen. Erſtes Buch. 2. Die Urſachen. S A. Einleitung. 3 3. Der Ausbruch der Empörung. I. Einfluß der Reformation von 1531 bis 1648. II. Ferdinands II. Regierungsantritt. II. öſterreichs religiöſe und politiſche Haltung. 1. Das Vorgehen des Kaiſers. III. Der Augsburger Religionsfriede. 2. Die Teilnahme der Union. IV. Rudolf II. und Matthias. 3. Matthias' Tod. V. Die Union und die Liga. 4. Ferdinands Vergangenheit. B. Der böhmiſche Krieg. 5. Seine bedrohte Lage. I. Der Aufſtand in Böhmen. 6. Seine Rettung.


