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kannten; Menſchenfreundlichkeit: wiederholte Gefährdung des eigenen Lebens zur Rettung Verunglückter durch den Lotſenkommandeur(Meurer 62); die Liebesgaben im Felde(Meurer XXXV).— b) Zu Staat und Geſellſchaft. Vaterlandsliebe: Regulus etc. ubi patria, ibi bene(Meurer 22); die Wacht am Rhein und andere Gedichte. Freiheitsliebe. Die Makkabäer, Armin, Widukind.
III. Pflichtbewußtſein. Wahrheitsliebe: Daniel, Nathan vor David. Unbeſtechlichkeit und Uneigennützigkeit: Abraham, Fabricius, Hermanfried. Gerechtigkeit: Salomos Urteil; der kluge Richter (Leſeb. VI, 3); der eiſerne Landgraf. Beharrlichkeit: Bändigung des Bucephalus durch Alexander den Großen(Lutſch 63), Eroberung von Tyrus(Lutſch 70 B). Perſönliche Tapferkeit und Mut: Leonidas, Horatius Cocles, Ludwig der Eiſerne und der Löwe(Leſeb. V, 169). Reue nach unbeſonnener ſchwerer That: Alexander nach Ermordung des Klitus(Lutſch 72).
IV. Wertſchätzung fremder Tüchtigkeit und Tugend. Verſtändnis für den Wert der Perſönlichkeit z. B. Hannibals, Karls des Großen, Ludwig des Eiſernen, Kaiſer Wilhelm I. u. ſ. w. Pietät: Achilles und Priamus(Leſeb. VI, 45); gute Menſchen leben im Gedächtnis der Nachwelt fort (Meurer 74).
2. Schillers„Geſchichte des dreißigjährigen Krieges“ im dentſchen Unterrichte der Obertertia.
Von Dr. A. Rauſch.
Wie der deutſche Unterricht ſich in den oberen Klaſſen nicht auf diejenige Auswahl deutſcher Dichtung und Proſa beſchränken kann, welche im Leſebuche geboten wird, ſondern daneben die wichtig⸗ ſten Dichtungen und auch einige proſaiſche Schriften in ihrem ganzen Umfange als Kunſtwerke behandelt, ſo macht ſich auch ſchon in den unteren Klaſſen, wenigſtens in den Tertien das Bedürfnis geltend, außer dem buntſcheckigen und doch unentbehrlichen Leſebuche den Schülern ein Buch in die Hand zu geben, was vollſtändig und gründlich geleſen wird. Wenn es nötig iſt, daß die heranwachſenden jungen Leute zu ihrer Belehrung nach den Anregungen des Schulunterrichts von Zeit zu Zeit ein gutes Buch ſchon ſelbſtändig zu leſen anfangen, ſo darf ſich die Schule der Verpflichtung nicht entziehen, auf einigen Klaſſenſtufen zu zeigen, wie man ein gutes Buch lieſt, durchforſcht, ſich aneignet, wie man ſeinen Inhalt mit dem ſonſtigen Wiſſen in Verbindung ſetzt, kurz wie man die Herrſchaft darüber gewinnt. Ein derartiges Durcharbeiten eines einzigen guten Buches erſcheint uns als eine Propädeutik für ſpäteres ſelbſtändiges Studium um ſo nötiger, als die geſchichtliche Entwickelung des Gymnaſialunterrichts, die Eigenart des fremdſprachlichen Unterrichts und endlich auch das moderne Bildungsweſen mit ſeiner mannigfaltigen Journaliſtik gemeinſchaftlich es verſchulden, daß von den Knaben und Jünglingen ſo vielerlei Kleinigkeiten geleſen und ſo manches Buch nur angeleſen wird zum Schaden der höheren Auf⸗ gabe, in einem Buche heimiſch zu werden, ſeinen Inhalt einzuernten und frei damit zu wirtſchaften. Wir haben alle Veranlaſſung Luthers trefflichen Rat zu beachten:„Viel Bücher machen nicht gelehrt,


