Aufsatz 
Die Eröffnung des Goethe-Gymnasiums
Entstehung
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nach dieser Weise verfahren wird, so sind wir sicher, daß nicht nur bei den ersten Versuchsklassen hier in Frankfurt, sondern allenthalben, wo man sich zu dieser Schulform entschließt, der Gewinn die Mühe lohnen wird.

In der Obertertia war die Hauptaufgabe in dem jetzt ablaufenden Schuljahr die Einführung in die Lektüre Cäsars und Ovids und die systematische Durchnahme der Satzlehre. Wir haben es als einen besonderen Vorzug des hier befolgten Systems empfunden, daß der Lesung des Schriftstellers eine so ausgiebige, zusammen- hängende Zeit gewidmet werden kann. Für jeden Tag war eine Stunde Lektüre festgesetzt, und dabei blieben doch vier Stunden in der Woche zur Einführung in die Satzlehre und zu grammatischen Übungen übrig. S0 konnte die Lesung des Schriftstellers in kräftigem Zuge vorwärts schreiten und ein Gesamteindruck des gelesenen Werkes gewonnen werden. Wir haben sechs Bücher von Cäsars gallischem Kriege gelesen. Die hierbei befolgte Methode war in der Regel folgende: Das neu Durchzunehmende wird in der Klasse gemeinsam mit den Schülern, ohne vorhergehende häusliche Präparation, übersetzt; schwierigere Sätze werden vorher besprochen und analysiert. Durch diese fortwährende libung im unvorbereiteten Übersetzen erlangen die Schüler hierin bald solche Gewandt- heit, daß nur noch wenige Sätze vorkommen, die sie nicht nach kurzem Überblick verstehen und zu übersetzen vermögen. Allen Versuchungen, unlautere Hülfsmittel bei der Präparation anzuwenden, ist hiermit von vorn- herein der Boden entzogen. Das in der Klasse gemeinsam Erarbeitete wird dann zur häuslichen Durcharbeit für die folgende Stunde aufgegeben, wobei auch die noch unbekannten Vokabeln aufzusuchen und in ein Vokabelheft einzutragen sind. Nur bei besonders leichten Stellen wurde auch gelegentlich ein Stück zur häuslichen Präparation gegeben. Bei Ovid ist die gemeinsame Präparation in der Klasse selbstverständlich unerläßlich.

Die Satzlehre wurde nach den in der Vorrede zu unserm Lehrbuche dargelegten Grundsätzen behandelt: Die zahlreichen Beispiele, die aus Wulffs Lehrbuch und aus Cäsars gallischem Kriege genommen sind, geben die Möglichkeit, überall vom Bekannten auszugehen und die Regel aus dem bereits verarbeiteten Sprachstoff zu ent- wickeln. Wenn auch auf dem Gebiete der Syntax noch manches den folgenden Klassen zu thun übrig bleibt, so sind doch die Grundzüge überall festgelegt und die Lehre von den Teilen des Satzes ist in systematischer Folge durchgenommen. Das Übersetzen der Stücke aus Ostermann-Müller(4. Teil, Tertia) macht den Schülern kaum noch erhebliche Schwierigkeiten.