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keinen Luxus der äußeren Erscheinung. Derselbe würde aber auch dem Charakter, der einem Schulhaus gegeben werden mußte, nicht entsprochen haben. Die Gebäudegruppe mußte allein die Wirkung hervorbringen, welche erstrebt wurde. In diesem Sinne war ich bemüht, jeden Reichtum der Formen an dem Gebäude zu vermeiden, dasselbe lediglich durch seine Verhältnisse wirken zu lassen und überall den Zweck der Innenräume durch Fenstergruppierung und Facadenentwicklung zum Ausdruck zu bringen.
Auf einen einzigen bevorzugten Bauteil mußte der Schmuck, den die bewilligten Mittel gestatteten, sich konzentrieren, wie dies auch dem Geiste der gewählten Früh- renaissance-Architektur durchaus entspricht. Dieser zu betonende Gebäudeteil war ohne Zweifel der Straßengiebel, welcher die Aula in sich birgt. Seine besondere Bedeutung war der Architekt bemüht, zum Ausdruck zu bringen.
Von den beiden Türmchen der Turnhalle und des Wohnhauses flankiert, erhebt sich, ganz in Sandstein verblendet, ein stattlicher Treppengiebel von 29 m Höhe, der in seiner Wirkung durch die begleitenden beiden Türme unterstützt wird. Er trägt über dem Eingang den Sinnspruch der Schule:»non scholae sed vitae discimus«; weithin sichtbar fanden an ihm die schönen Worte:»per aspera ad astra« ihren Platz. Der Name, welchen die Schule in Erinnerung an Frankfurts großen Sohn tragen darf, schmückt ihn.
Endlich war es vergönnt, hier das Brustbild Goethes und des großen Lehrers Comenius, dessen pädagogische Absichten im Frankfurter Lehrplan eine Verwirklichung gefunden haben, anzubringen. Die Eule, das Symbol der Wissenschaft, krönt über dem Wappen der Stadt Frankfurt die Fenstergruppe, durch welche die Aula zur äußeren Er- scheinung kommt.
Einen bescheideneren Schmuck erhielten dann noch die beiden Giebel des Wohn- hauses und der Turnhalle, ersterer durch Symbole häuslichen Glücks, letztere durch turnerische Attribute und eine humoristische Andeutung des friedlichen Wettkampfs, dem dies Haus geweiht ist.
Möchte es mir gelungen sein, mit den Mitteln, welche zu Gebote standen, den Ein- druck fröhlichen Ernstes zu erzielen, in dem ich das Wesen wahrer Erziehung zum Aus- druck zu bringen beabsichtigte.
Dank habe ich am Schluß noch allen denen zu sagen, die mich bei meinen Bemühungen freudig und erfolgreich unterstützten, in erster Linie dem bauleitenden Herrn Architekten Blattner, der nach kurzer Thätigkeit eines Vorgängers die Hauptmühe der Bauleitung auf sich nahm, und den Werkmeistern, welche, zumeist in Frankfurt ansässig, die sachgemäße und schnelle Errichtung des Bauwerks ermöglichten.
Frobenius.


