14 Bedürfnisanstalten, welche auch vom Turnplatz und vom Schulhof aus direkt erreicht werden können.
In diesem Closetgebäude sind Bedürfnisanstalten für die Lehrer und für den Pedellen bezw. Heizer untergebracht. Die Closet- und Pissoir-Anlagen für die Schüler sind in zwei Gruppen, für ältere und jüngere Schüler getrennt, deren jede 7 Sitze mit selbstthätiger Spülung und eine reichliche Pissoir-Anlage mit Oelverschluß enthält und an die Heizung angeschlossen ist, um winterliches Einfrieren zu verhüten.
Die gleiche Anordnung wie in dem Erdgeschoß des Schulgebäudes wiederholt sich im ersten Stockwerk. Nur ist hier die Wandelhalle auf eine Breite von 5,88 eingeschränkt. Von ihr aus sind zugänglich an der Südostseite die physikalische Klasse mit einem physikalischen Kabinet und einem chemischen Arbeitszimmer, an der Südwestseite die Bibliothek, an der Nordwestseite die naturgeschichtliche Klasse mit einem Raum für die naturwissenschaftliche Sammlung.
An besonderen Einrichtungen hat die Physikklasse, deren Bankreihen terrassen- förmig ansteigen, außer einem Experimentirtisch neuester Konstruktion einen Abdampf- schrank und eine nach Südosten gerichtete Fensteröffnung, vor welcher der Heliostat auf dem Balkon Aufstellung finden soll, erhalten. Eine Konsole an der der Tafel abgekehrten Wand dient zur Aufstellung eines Projektionsapparates; Thüren ohne Schwellen verbinden die Klasse sowohl mit dem physikalischen Kabinet, als dem chemischen Arbeitszimmer, so daß die Experimente in diesen Räumen auf einem rollbaren Tisch vorbereitet und in kürzester Zeit zur Vorführung gebracht werden können. 3
Eine Verdunkelungsvorrichtung an den Fenstern vervollständigt die Ausrüstung.
Eine gleiche Verbindungsthür besteht zwischen dem naturgeschichtlichen Kabinet und der naturgeschichtlichen Klasse. Auch diese ist mit einem Projektionsapparat und verdunkelnden Vorhängen ausgestattet, während in allen übrigen Klassen die bei der Nordwestlage entbehrlichen Fenstervorhänge aus hygienischen Rücksichten gänzlich ver- mieden wurden.
An dem Korridor, der sich an die Wandelhalle in gleicher Weise wie im Erd- geschoß anschließt, liegen im ersten Stockwerk abermals 5 Klassen und die zugehörigen 5 Garderoben.
Im zweiten und letzten Stockwerk endlich, in welchem das Haupttreppenhaus durch ein mit angetragenem Stuck verzierten Rabitzgewölbe seinen Abschluß findet, ist die Wandelhalle zu gunsten der hier an der Front des Gebäudes liegenden Aula bis zur Korridorbreite verengt.
Drei Flügelthüren führen in die rund 12,5 m breite und 16 m lange Aula. Durch zwei eingebaute Logen, welche Sitzplätze für das Lehrerkollegium oder bevorzugte Gäste bieten, und durch eine Empore, welche über dem Korridor angeordnet wurde, ist das anscheinend ungünstige Raumverhältnis derselben verdeckt. Die bogenförmige, holzgetäfelte Decke hat hierbei eine kreuzförmige Ausbildung erhalten und es ist ein ansehnlicher wohlakustischer Raum entstanden, dessen Längenrichtung noch besonders betont wird durch eine Durchbrechung der Wand zwischen dem südöstlich anstoßenden Gesangsaal und der Aula. Diese Wandöffnung, für gewöhnlich durch eine Eichentäfelung geschlossen, ermöglicht es, den Gesangsaal zur Erweiterung der Aula, auch wohl, wie dies bei der


