Aufsatz 
Die Eröffnung des Goethe-Gymnasiums
Entstehung
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Die Eröffnung des Goethe-Gymnasiums.

In der Festschrift,*) die das Lehrerkollegium zur Einweihung des Goethe-Gymnasiums herausgegeben hat, sind die Gründe dargelegt worden, die zur Trennung des alten städtischen Gymnasiums in zwei selbständige Anstalten und zur Errichtung des neuen Gebäudes ge- führt haben.

Am 7. Januar wurde das Haus seiner Bestimmung übergeben. Auf die ausdrückliche Weisung der zuständigen Behörden mußten sich die Einladungen zur Einweihungsfeier in den Grenzen halten, die bei der Eröffnung neuer Schulgebäude in Frankfurt bisher üblich waren. Die städtischen Behörden haben hierbei den Standpunkt betonen wollen, daß es sich bei der Einweihung des Goethe-Gymnasiums nicht um die Gründung einer neuen Schule, sondern um die Übersiedelung einer bestehenden Schule in ein neues Gebäude handelt.

Gegen 11 Uhr versammelten sich in der festlich geschmückten Aula die Mitglieder des Kuratoriums, des Magistrates und der Stadtverordneten-Versammlung, die Vertreter der hiesigen Schulen, das Lehrerkollegium des Lessing-Gymnasiums, sämtliche Schüler und ein Teil der Eltern. Leider machte es die Beschränktheit des Raumes unmöglich, allen Eltern eine Einladung zukommen zu lassen.

Seine Exzellenz der Herr Oberpräsident Magdeburg, der mit dem Herrn Geheimen Regierungs- und Provinzialschulrat Dr. Lahmeyer der Feier die Ehre seiner Gegenwart. schenkte, und der Herr Oberbürgermeister Adickes mit den Spitzen der städtischen Behörden wurden vom Direktor und dem Lehrerkollegium am Eingang zur Aula empfangen und in die Festversammlung geleitet. Nachdem der Chor die Hymne von Gluck:Steig' aus deinen Himmelshöhen vorgetragen hatte, ergriff Herr Oberbürgermeister Adickes das Wort, um etwa Folgendes auszuführen:

Wenn eine Familie aus kleinen, eng beschränkten Räumen in ein neues Heim über- siedelt, so freuen sich nicht allein die Familienangehörigen, es freuen sich mit ihnen alle

*)Festschrift zu der am 7. Januar 1897 stattfindenden Einweihung des Goethe-Gymnasiums in Frank- furt a. M.(Frankfurt a. M., Verlag von Gebrüder Knauer.) Der Inhalt derselben ist: Goethe-Gymnasium. Vom Direktor Dr. Karl Reinhardt. Amos Comenius und das Goethe-Gymnasium. Vom Direktor Dr. Karl Reinhardt. Ein Beitrag zur Geschichte des Gymnasiums und zur Frankfurter Gelehrtengeschichte. Von Dr. Otto Liermann. Frankfurt und die Städte am Mittelrhein zur Zeit des Interregnums. Von Dr. Richard Schwemer. Studien zur Geschichte des Philhellenismus in der französischen Litteratur. Von Dr. Julius Ziehen. Introduction du génie classique dans la poésie française par Ronsard. Von Dr. Max Banner. Zwei elementare Berechnungen der gewöhnlichen Logarithmen. Von Dr. Karl Bopp. Beiträge zur Rekonstruktion von Plinius libri dubii sermonis. Von Dr. Felix Bölte. Des En d'identité semitische Herkunft und bibelsprachliche Entwickelung. Von Professor G. R. Hauschild.-

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