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Der Gesundheitszustand war in dem verflossenen Schuljahr unter Lehrern und Schülern im allgemeinen befriedigend. Die Enge unseres Schulhofes, auf dem 600 Schüler sich be- wegen müssen, während er nach normalen Verhaltnissen für höchstens 300 notdürftigen Raum bietet, hat auch in diesem Jahre wieder zu einigen Unfällen Anlaſs gegeben. Wir beklagen dieselben ebenso sehr, als wir uns in der Unmöxglichkeit befinden, sie zu verhindern.
Leider erfüllte sich die offnung nicht, die wir im letzten Programm über die baldige Genesung unseres verehrten Herrn Professor Gillhausen aussprachen. Nachdem er im ersten Quartal des Sommerhalbjahres seine Lehrthätigkeit mit der Hälfte seiner Unterrichts- stunden aufzunehmen versucht hatte, muſste er nach den Sommerferien von neuem einen Urlaub nachsuchen, der bis jetzt gewährt hat und sich auch auf das kommende Sommer- halbjahr erstrecken wird.
Herr Oberlehrer Dr. Cuers war im Sommerhalbjahr durch einen schweren Unfall mehrere Wochen an der Ausübung seiner Berufsthätigkeit gehindert; er überwand zum Glück in verhältnismäſsig kurzer Zeit die Folgen desselben. Herr Dr. Schwemer wurde im Sommer zu einer längeren, Herr Sandrock zu einer kürzeren militärischen Dienst- leistung einberufen.
Die regelmäfsigen Ferien fielen in die Zeit vom 24. bis 28. Juni, 7. Juli bis 3. August, 29. September bis 12. Oktober, 23. Dezember bis 6. Januar. Im Sommer wurde wegen zu grosser Hitze, im Winter zum Zwecke des Schlittschuhlaufens der Nachmittagsunterricht mehrere Male ausgesetzt.
Noch eines besonderen, uns nahe berührenden Ereignisses müssen wir am Schlusse dieser Chronik gedenken. Am 21. November starb unser langjähriger treuer Pedell, Herr Konrad Roth, infolge einer Blutvergiftung, welche durch eine anfangs unbedeutende Hautwunde am Finger enstanden war. Fast 20 jahre hat er unserer Schule gedient und das 63. Lebensjahr in unausgesetzter Thätigkeit erreicht. Durch seine herzliche Freund- lichkeit erwarb er sich die Zuneigung aller, mit denen ihn sein Dienst in Berührung brachte. Mit Gewissenhaftigkeit und Pflichteifer trat er überall an seinem Teil für das Wohl und die Ehre der Anstalt ein. An seinem Grabe widmete der Direktor dem Hin- geschiedenen im Namen der Anstalt und des Lehrerkollegiums einige Worte des Nachrufs. Die Schule wird diesem ihrem treuen Diener ein ehrendes Andenken bewahren.


