Aufsatz 
Statistische Rückschau auf 100 Semester Realschule in der Hedwigstrasse zu Kassel
Entstehung
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Tübingen ein. Als der Krieg der Griechen und Türken entbrannt war, erwachte in H. das Ver⸗ langen, für Hellas in den Kampf zu ziehen. Mit gleichgeſinnten jungen Gottesgelehrten verließ er 1825 heimlich das Stift und zog nach Genf, wo er glaubte, die Mittel für die Weiterreiſe zu er⸗ halten. Statt der gehofften Unterſtützung verlangte man dort Päſſe und Vollmacht zum Auszug. Im Gegenſatz zu ſeinen Commilitonen, die demüthig gen Tübingen zurückkehrten, ließ er ſich in Straßburg als franzöſiſcher Soldat anwerben, da er gehört hatte, daß Frankreich ein Truppenkorps nach Hellas entſenden wollte. Mit einem Laufpaß verſehen, wanderte er quer durch Frankreich nach Breſt, wo er in das Regiment Hohenlohe eintrat, das für Griechenland beſtimmt war. Zu eigent⸗ lichen Kriegsthaten kam es für die franzöſiſchen Soldaten nicht. Herwig benutzte den nahezu zwölf⸗ monatlichen Aufenthalt, den Peloponnes zu durchziehen und Sprache und Sitte der Neugriechen zu ſtudiren. Als Unteroffizier nach Frankreich 1827 zurückgekehrt, trat er aus dem Heere aus und übernahm eine Lehrerſtelle am Collège zu Nimes. Hier blieb er elf Jahre. Ende 1838(oder Anfang 1839) kehrte er nach Deutſchland zurück und fand zunächſt in Stetten bei Stuttgart Anſtellung. 1841 folgte er der Berufung als Lehrer des Franzöſiſchen an die R zu Hanau. 1852 wurde er mit der Inſpection derſelben beauftragt, durch Regierungsbeſchluß vom 19. Januar 1854 mit der Leitung der Kaſſeler R und auch mit den Geſchäften eines Oberſchulinſpectors der Reſidenz betraut, 1856 dann definitiv zum Director der Rein Hanau ernannt. Hier wirkte er bis 1876, wo ihn ein Herzleiden nöthigte, ſeine amtliche Thätigkeit einzuſtellen. Er nahm ſeinen Wohnſitz in Wiesbaden, wo er noch Jahre lang ein ſtädtiſches Ehrenamt bekleidete. Am 12. September 18709 iſt er dort geſtorben. Gab heraus: Franzöſiſches Elementarbuch nach Hamilton'ſchen Grundſätzen. 2 Theile. Eßlingen 1841.

5. Heuſer, Friedrich Ludwig Theodor, geboren am 5. Juni 1826 zu Eſchwege, beſuchte von 39 bis

44 das hieſige G; ſtudirte dann bis 48 auf den Univerſitäten zu Marburg und Berlin Theologie und neuere Philologie. Nach abgelegtem theologiſchen Facultätsexamen ſowie dem ex. pro rectoratu war er von H 54 bis Anfang 56 Vorſteher einer Vorbereitungsſchule für Gymnaſien und Real⸗ ſchulen zu Melſungen, 6. V. 56 wurde er hierſelbſt beauftragter, 13. VIII. 57 proviſoriſch und 29. VI. 59 definitiv beſtellter Reallehrer. Den Sommer 1857 verbrachte er auf Urlaub zu einer wiſſenſchaftlichen Reiſe nach der franzöſiſchen Schweiz und Südfrankreich und 58 nach England und Schottland. O 69 wurde er an die hieſige höhere Töchterſchule verſetzt; weil aber gleichzeitig Hölting (vergl. dieſen) abging, ſo verblieb H. einſtweilen auftragsweiſe an der R, ja das Kuratorium verſetzte ihn(5. IX. 70) wieder an unſere Anſtalt zurück. H 71 wurde er an die hieſige R I O. berufen, wo er jetzt als Oberlehrer und(25. IV. 75) Prorector wirkt. 27. I. 82 wurde ihm der Profeſſortitel verliehen. Sein Nachfolger wurde Spangenberg. Er ſchrieb:

Vergl. II. 18. Heuſer, Julius, Neffe des vorigen, geboren am 25. November 1860 zu Rodenberg im Kreis Rinteln, ſtudirte, nachdem er H 79 das Rinteler G abſolvirt hatte, zu Leipzig, Berlin und Halle neue Philologie und beſtand im Sommer 1885 zu Halle die Facultätsprüfung. Darnach nahm er zu ſeiner weiteren Ausbildung in der franzöſiſchen Sprache einen längeren Aufenthalt in Paris, abſolvirte ſein Probejahr am hieſigen RG und trat I. IV. 89 an der R als Hülfslehrer ein. Er ſchrieb:

cfr. II, 1892. Heyken, Emil, geboren zu Kaſſel am 2. November 1856, vorgebildet auf der hieſigen R I O., ſtudirte in Leipzig und Marburg und beſtand 30. I. 85 zu Marburg die Fakultätsprüfung im Franzöſiſchen, Engliſchen und Deutſchen. Er war vom 1. IV. 85 Probecandidat und blieb nach Vollendung ſeines Probejahres noch ein Jahr als unbeſ. Hülfslehrer hier thätig.