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er noch am Fuldaer Gymnaſium beſchäftigt. In dieſer Zeit erhielt er in Folge Allerhöchſter Ent⸗ ſchließung, mitgetheilt durch Miniſterialerlaß vom 20. April 1865, ein Reiſeſtipendium, welches ihn in den Stand ſetzte, ſein Wiſſen in naturwiſſenſchaftlicher Beziehung zu erweitern. Herbſt 65 leiſtete er einer von dem Inſpector der Hersfelder Realſchule, Pfarrer Breunung, mit dem er noch gleich⸗ zeitig am Gymnaſium zu Fulda thätig geweſen war, veranlaßten Berufung nach Hersfeld Folge. Durch Kurfürſtliches Reſeript vom 22. Februar 1866 wurde er zum ordentlichen Reallehrer daſelbſt ernannt. Im Kriegslärm des Jahres 1866 unterzog er ſich am Gymnaſium zu Fulda, wo für dieſes Jahr die practiſchen Prüfungen abgehalten wurden, der zweiten, practiſchen, Prüfung für Bewerber um ein ordentliches Gymnaſiallehramt*). Seine Lehrthätigkeit an der Hersfelder Real⸗ ſchule erſtreckte ſich außer auf die mathematiſchen und naturwiſſenſchaftlichen Fächer auf Deutſch, Lateiniſch und Zeichnen. Drei Sommer hindurch leitete er auch den Schwimmunterricht. Am 1. IV. 1875 wurde er an Römers Stelle hierher berufen, Auguſt 1875 zum Oberlehrer befördert. Als im Herbſt 1887 Buderus geſtorben war, ließ er ſich durch das Drängen ſeiner Collegen bewegen, ſeine Bereitwilligkeit zur Annahme einer auf ihn entfallenden Wahl als Director der Schule zu er⸗ klären und den Entſchluß, ſeine Lehrthätigkeit in Rückſicht auf ſeine wankend gewordene Geſundheit aufzugeben, nicht zur Ausführung zu bringen. Die Wahl ſeitens der ſtädtiſchen Behörden erfolgte im Februar 1888, die Beſtätigung ſeitens Sr. Majeſtät des Königs mittels Allerhöchſter Ordre vom 1. VI. 88. Von 1876 bis 1888 verwaltete er die Lehrerbibliothek der Anſtalt. Im Jahre 1888 bis 1889 war ihm neben der Leitung der 17 klaſſigen alten Anſtalt auch noch diejenige der 5 Nebenklaſſen,
jetzigen Neuen Realſchule übertragen.— Am 1. V. 70 wählte ihn der Verein für Naturkunde zu Fulda, 5. I. 84 die wetterauiſche Geſellſchaft zu Hanau zum correſpondirenden, 8. VI. 91 der Verein für Naturkunde zu Kaſſel zu ſeinem Ehrenmitglied.— Er ſchrieb:
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Ueber Oberfläche und Inhalt von Rotationskörpern. Inaug.⸗Diſſert. Marburg 1864.— Die Käfer. Zum Ge⸗ brauch beim Unterricht ꝛc. Hersfeld 1870 u. 71.— Bibliotheca hassiaca mit 4 Nachträgen. Kaſſel 1884—93.— Erdmagnetiſche Inclination von Kaſſel. 1884— Bibliotheca paedagogica hassiaca. Kaſſel 1886.— Bericht 34 u. 35, 36 u. 37 des Vereins für Naturk. Kaſſel 1889 u. 1891.— Kleine naturw. Abh., Referate und Kritiken in der Sonntagsbeil. zur Nord. Allgem. Zeitung, Morgenzeitung, entomol. Nachr., landw. Preſſe, botan. Monatsſchrift, Centralbl., Naturwiſſenſchaftler u. A. Mitarbeiter an Zeitſchr. f. math. nat. Unterr. Leipzig 1870— 1892 und Heſſenland 1886—92.
2. Albrecht, Gottlob Ferdinand Friedrich Heinrich Eduard, geb. zu Kaſſel den 15. Februar 1815, hier Muſiklehrer und auch am Hoftheater thätig, wurde am 16. October 1847 an der Schule mit Geſangunterricht beauftragt und iſt am 20. September 1859 geſtorben.
3. Appel, Otto Friedrich Ludwig, geb. in Kaſſel 12. Sept. 1812. War ſeit 1839 Lehrer an der
Bürgerſchule dahier, vom 3. V. 43 bis Nov. 43 außerordentlicher Zeichenlehrer an der R. Von
0 38 bis Nov. 48 war er Zeichenlehrer am hieſigen G, dann Muſeumsinſpector. Als geweſener
Muſeumsinſpector iſt er geſtorben.
Aſchermann, Heinrich Konrad, geboren am 25. October 1846 zu Lobenhauſen im Kr. Melſungen,
war von 1857— 62 Schüler des G zu Kaſſel, von 1864—67 Zögling des Seminars zu Hom⸗ berg, wo er auch die Seminar⸗Abgangsprüfung beſtand, von 1867—69 Hauslehrer bei Baron
Pilar auf Andern in Livland, ſtudirte darnach auf der Univerſität Berlin neuere Sprachen. Von
J 71 bis O 73 war er Lehrer in Corsham(England), von O 73 bis H 75 Hülfslehrer an der
HB zu Hofgeismar und von H 75 ein halbes Jahr an unſerer R in gleicher Eigenſchaft thätig als
*) Die„Kurfürſtliche Schuleommiſſion für Gymnaſialangelegenheiten“, ins Leben gerufen durch einen Beſchluß
des Staatsminiſteriums vom 29. VI. 36 und zuerſt zuſammengeſetzt aus Wiß, Vilmar und Bach, beſtand im J. 1866
aus: Dr. Münſcher⸗Marburg, Dr. Rieß⸗Rinteln, Dr. Goebel⸗Fulda und Dr. Gies⸗Fulda und hielt damals in Fulda ihre letzten Prüfungen ab. Das zweite Examen war von da an abaeſchafft.
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