III. Chronik der Schule.
Das Schuljahr begann am 2. April 1894 und schließt am 6. April 1895.
Der Geburtstag Seiner Majestät des Kaisers und Königs wurde am 26. Januar durch einen feierlichen Aktus in der Aula begangen. Die Festrede hielt der Oberlehrer Herr Dr. Collischonn.
Als vaterländische Gedenk- und Erinnerungstage wurden die Geburts- und Todestage Seiner Hochseligen Majestät Kaiser Wilhelms I. und Seiner Hochseligen Majestät Kaiser Friedrichs und der Sedantag begangen.
Der herkömmliche Frühlingsausflug wurde am 5. Juni von sämtlichen Klassen unternommen.
Der Hitze wegen wurde der Unterricht an einem Nachmittag ausgesetzt.
Fünf Nachmittage wurden den Schülern zum Schlittschuhlaufen freigegeben.
Das Lehrerkollegium bestand im Schuljahre 1894/95 aus folgenden Mitgliedern: dem Direktor Dr. Emil Scholderer; den Professoren Dr. Heinrich Reichenbach und Dr. Karl Gran; den Oberlehrern Dr. Otto Rausenberger, Otto Morin, Dr. Wilhelm Schauf, Dr. Oskar Winneberger, Heinrich Müller, Edmund Sittig, Dr. August Euler, Dr. Ferdinand Kuhl, Dr. Adolf Collischonn, Heinrich Weiß und Theodor Morin; dem Zeichenlehrer Hermann Hein, und den Vorschullehrern Friedrich Fertig, Wilhelm Pietzsch, Gustav Jasper und Peter Rodenbusch. Als wissenschaftlichen Hilfslehrern waren den Herren Giesselmann und Jung wöchentlich je 2 Stunden unentgeltlichen Unterrichts übertragen. Zur Ablegung des pädagogischen Probejahrs waren der Schule zugewiesen die Herren Veith(bis Herbst), Gerlach und Jahn.
Der Gesundheitszustand der Lehrer war im Schuljahre 1894/95 weniger günstig als in den vorhergehenden; eine Anzahl der Kollegen war genötigt, auf kürzere oder längere Zeit ihren Unterricht auszusetzen.
Zu militärischen UÜbungen waren Herr Oberlehrer Weiß vom 2. April bis zum 31. Mai und Herr Oberlehrer Theodor Morin vom 5. bis zum 30. Juni beurlaubt.
Bei der Vertretung der erkrankten oder beurlaubten Kollegen leisteten die Herren Giesselmann und Jung bereitwillige und dankenswerte Beihilfe.
An dem von dem Physikalischen Vereine dahier mit Genehmigung des Königlichen Ministeriums der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten veranstalteten physikalisch- chemischen Fortbildungskursus für Lehrer an höheren Schulen, der vom 28. März bis zum 7. April dahier abgehalten wurde, beteiligten sich die Herren Professor Dr. Reichenbach und O0.+. Sittig; an dem durch Beschluß des Herrn Ministers nach dem Muster der archäologischen und naturwissenschaftlichen eingerichteten Ferienkursus für die französische Sprache, der vom 3. bis zum 15. Januar dahier abgehalten wurde, die Herren O.-L. Müller, Dr. Euler und Dr. Kuhl. Die Teilnahme dieser drei letzteren Kollegen an dem Kursus wurde durch das dankenswerte Entgegenkommen der städtischen Behörde wesentlich erleichtert, die ausnahmsweise eine Be- willigung im Betrage bis zu 90 M. für Vertretungskosten zur Verfügung stellte.
Der Gesundheitszustand der Schüler war ein guter, abgesehen davon, daß um Weihnachten herum, wie oft um diese Zeit, eine größere Anzahl der Schüler der Vorklassen an Masern erkrankte. Zu ihrem großen Bedauern verlor die Schule einen lieben Schüler der Quinta durch den Tod.
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