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gekannt, welche tüchtige Mineralogen oder als eifrige Botanikér die feinsten Kenner schwie- riger Gruppen von Pflanzen waren, dabei aber auch im Ruf standen, ausgezeichnete Diagnosti- ker zu sein!
Daß auch bildliche Darstellungen und Exkursionen nach Fabriken, Ausstellungen, sowie nach dem Senckenbergischen Museum und seiner Mineraliensammlung im Unterricht vorzügliche Verwendung finden können, braucht nur erwähnt zu werden. Ebenso ist der Be- such der vom physikalischen Verein in unserer Stadt veranstalteten Vorlesungen seitens unserer Schüler ein nicht zu unterschätzender Faktor. Kann man doch schon mit Befriedigung darauf sehen, es erreicht zu haben, daß die Jungen an schulfreien Nachmittagen aus eigenem Antrieb durch den Besuch dieser Vorlesungen ihre Kenntnisse und Einsichten zu erweitern trachten. Es ist ja dieses Bestreben das wertvollste Gut, das wir der Jugend auf ihren Lebensweg mitgeben können.
Daß mit großem Vorteil auch das Zeichnen in den fraglichen Fächern verwendet wurde, kann schon aus dem oben Gesagten entnommen werden. Betreffs des Allgemeinen kann ich daher hier darauf verweisen; ebenso gelten sämtliche dort entwickelte Grundsätze für die Methode. Einiges Speziellere soll nun im Nachfolgenden erörtert werden.
Besonders ausgedehnten Gebrauch von dem vortrefflichen Unterrichtsmittel des Zeichnens kann man in der Physik machen. Die verhältnismäbige Einfachheit, mit der sich viele physi- kalische Apparate und Vorgänge nach der Natur, oder schematisch, oder auch graphisch dar- stellen lassen, der große Eifer und die natürliche Freude, welche die jugendlichen Naturforscher diesem Unterrichtsgegenstand entgegenbringen, machen es dem Lehrer leicht, in kurzer LZeit, befriedigende Erfolge zu erzielen. Schon in Sekunda werden leicht anzufertigende Skizzen in einem besonderen Heft entworfen. Anfangs freilich ist gar vieles auszusetzen und zu verbessern, und einige Wochen vergehen, bis die Sache in Fluß kommt. Bald aber gelingt es, selbst nicht gut, zum Zeichnen veranlagte Schüler zu erträglichen Leistungen zu bringen, und immer ist eine erhebliche Anzahl bereit, zu Hause freiwillig mehr oder weniger vollständige, oft auch gemalte Zeichnungen nach Apparaten oder Wandtafelskizzen anzufertigen. Besonders anregend und er- mutigend wirkt es, wenn man ein gut gehaltenes Skizzenbuch eines älteren Schülers als Beispiel vorzeigt. In der Unterprima wird dann das Zeichnen ernster betrieben. In der Optik z. B. lassen sich viele das Verständnis, die Selbstthätigkeit und Selbstandigkeit in hohem Maße fördernde Aufgaben durch Konstruktion lösen. So werden die Spiegel- und Linsenbilder konstruiert, wobei die Lichtstrahlen mit farbiger Tinte gezeichnet werden, um sie von den Hilfslinien besser zu unterscheiden. Ebenso geben die optischen Instrumente, das Auge, das Prisma u. V. a. will- kommenen Anlaß zur Verwertung des Zeichnens. Da hier das meiste mit Lineal und Zirkel gefertigt werden kann, so ist auf eine relative Vollkommenheit der Darstellung zu dringen, und bald ist ein kleiner Atlas selbstgefertigter, physikalischer Zeichnungen, nebst sauber geschriebenen Figurenerklärungen in den Händen der kleinen Naturforscher, die ihren Kameraden und An- gehörigen freudig ihre Leistungen zeigen— immer ein objektives Merkmal, daß man auf richtigem Wege ist. Ebenso ausgedehnten Gebrauch kann man vom Zeichnen in der Lehre von der Elektrizität, insbesondere vom Galvanismus machen. Ein vorzügliches Muster ein- facher und das Verständnis fördernder Darstellungen lieferte mir das Werkchen von Waß- muth„Die Elektrizität“ in der Sammlung:„Das Wissen der Gegenwart“. Selbstverständlich
bieten auch die hier nicht genannten Zweige der Physik genügenden Anlaß, das Zeichnen zu verwerten.


