Aufsatz 
Critical Essay on W. Scott's "Lady of the Lake" / by Reallehrer W. Prosch
Entstehung
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32 294. Zur Chronik der Kealſchule.

Am 14. Mai 1875 verließen die Schule mit dem Zeugniſſe für den einjährigen freiwilligen Militärdienſt, nachdem ſie die erſte Klaſſe derſelben durchlaufen hatten, folgende Schüler:

1. Ludwig Böckner, 17 Jahre alt. 10. Karl Manteuffel, 15 ¾ Jahre alt.

2. Ludwig Caillé, 16 ½ Jahre alt. 11. Karl Mayer, 16 ½ Jahre alt.

3. Wilhelm Caſella, 18 Jahre alt. 12. Chriſtian Merck, 16 Jahre alt.

4. Ludwig Goldſchmidt, 16 ¼⁴Jahrealt. 13. Karl Nolte, 16 Jahre alt.

5. Wilhelm Grünewald, 16 Jahre alt. 14. Heinrich Schmidt, 15 ¼ Jahre alt.

6. Wilh. Hartmann, 16%¾ Jahre alt. 15. Friedr. Schreiner, 17 ½ Jahre alt.

7. Wilhelm Häuſſer. 16 Jahre alt. 16. Eduard Schröder, 16%¾ Jahre alt. 8. Emil Hertſch, 15 ¾ Jahre alt. 17. Heinrich Scondo, 17 ¼ Jahre alt. 9. Ludwig Kugler, 18 ¾ Jahre alt. 18. Ludwig Wüſt, 17 ½ Jahre alt.

Von dieſen widmen ſich 15 dem Kaufmannsſtande, 1 iſt in das Gymnaſium zu Darmſtadt eingetreten, 1 wird Maſchinenbauer und 1 Chemiker. 1110

Das neue Schuljahr begann am 7. Juni. Mit dieſem Tageßtrat die Schule in ein neues Stadium ihrer Entwickelung ein, indem dieſelbe einerſeits nach unten hin durch Umge⸗ ſtaltung der früheren oberſten Vorbereitungsklaſſe in die unterſte Realklaſſe, andererſeits nach oben hin durch Hinzufügung einer Ober⸗Realklaſſe erweitert wurde, ſo daß nach Verlauf eines weiteren Jahres der vollſtändige Ausbau in eine Realſchule I. Ordnung mit 9 Jahrescurſen vollendet ſein wird, innerhalb welcher jedoch die Realſchule II. Ordnung in organiſcher Verbindung beſtehen bleibt und ſich nur durch Nichttheilnahme der betreffenden Schüler am Latein, wofür in den oberen Klaſſen kaufmänniſcher Unterricht eintritt, ſowie durch den Abſchluß mit Ober⸗Secunda unterſcheidet.

Ddieſe Aenderung machte die Heranziehung einer neuen Lehrkraft nothwendig, welche in Herrn Heinrich Maul, vorher Pfarrvicar in Butzbach, gewonnen wurde. Derſelbe wurde mit Anfang des neuen Schuljahres in ſeinen Dienſt eingewieſen und ſodann durch Allerhöchſtes Decret Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs vom 12. November 1875 definitiv zum Lehrer an der Realſchule ernannt.

Außerdem war bereits bei Aufſtellung des Lectionsplanes eine Theilung der Ober⸗Tertia in Ausſicht genommen worden. Dieſelbe konnte jedoch erſt mit Anfang des Winterſemeſters vorgenommen werden, nachdem Gymnaſiallehramts⸗Acceſſiſt Dr. Theodor Walter aus Offenbach zum Vicar an der Realſchule ernannt und am 3. September in ſeinen Dienſt eingewieſen worden war.. 4

Eine weitere Veränderung im Lehrerperſonal wurde nothwendig durch die Einberufung des Gymnaſiallehramts⸗Acceſſiſten Dr. Otto Zimmermann zur Ableiſtung ſeines Einjährigendienſtes. Derſelbe ſchied mit dem Ende des Sommerſemeſters aus unſerer Mitte, und an ſeine Stelle trat Gymnaſiallehramts⸗Acceſſiſt Dr. Wilhelm Nehmeyer aus Gießen, welcher, nachdem er bereits am 2. Auguſt durch Großh. Miniſterium zum Vicar ernannt worden war, am 4. October 1875 in ſeinen Dienſt eingewieſen wurde.

Um eine engere Verbindung der hieſigen Kunſt⸗Induſtrieſchule mit den übrigen Schulen der Stadt herzuſtellen, hatte der Vorſtand derſelben in Uebereinſtimmung mit dem Stadtvorſtande bei Großherzoglichem Miniſterium den Antrag geſtellt, daß dem gegenwärtigen Lehrer jener Anſtalt, Herrn JoſephKeller, die Inſpection des Zeichenunterrichtes in den ſtädtiſchen Schulen übertragen werde. Auf Antrag der unterzeichneten Direction wurde dieſe Anordnung auch auf den Zeichenunterricht in der Realſchule ausgedehnt und Herr Keller am 24. März in ſeine Functionen an der Realſchule eingewieſen.

In die Local⸗Commiſſion der Realſchule, welche ſeit dem Amtsantritt des unter⸗ zeichneten Directors aus nur 4 Mitgliedern beſtanden hatte, wurde Reallehrer Dr. Landmann als weiteres pädagogiſches Mitglied gewählt und dieſe Wahl durch Entſchließung Großherzoglichen Miniſteriums vom 2. Auguſt 1875 beſtätigt. In gleicher Eigenſchaft wurde der Unterzeichnete durch Entſchließung Großherzoglichen Miniſteriums vom 18. Februar 1876 zum Mitglied des Curatoriums für die höhere Mädchenſchule ernannt.

Unter den ſonſtigen Verfügungen Großherzoglichen Miniſteriums erwähnen wir des allgemeineren Intereſſes wegen die am 14. Juli 1875 in Betreff der Errichtung von Frei⸗ ſtellen an den höheren Schulen des Landes erlaſſene. Für unſere Realſchule wurden, da dieſelbe