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III. Chronik der Schule.
1. Schulzeit und Unterbrechung des Unterrichts.
Das Schuljahr begann Montag den 9. April und schliefst Sonnabend den 17. März 1894. Für Ansetzung der Ferien war die Ferienordnung vom 31. März 1892(vergl. S. 37) maſsgebend. Auſfserdem erlitt der regelmäſsige Unterrichtsgang mehrfache Unterbrechung durch öftere, teilweise schwere, Erkrankung der Lehrer oder durch Krankheitsfälle in ihren Familien. Es wurden aus diesen Gründen vertreten: Prof. Wolff an 20 Tagen, Prof. Langsdorf an 24 Tagen, Prof. Krebs infolge sehr schwerer Erkrankung das ganze Winter- semester hindurch, Oberlehrer Dr. Müller an 4 Tagen, Oberlehrer Dr. Orth an 3 Tagen, Dr. Peters an 9 Tagen, Dr. Linz an 15 Tagen, Dr. Handwerck an 2 Tagen, L Jünemann an 5 Tagen. Beurlaubt waren der Direktor für 5 Tage und L. Schulthe 1 s wegen Einberufung zu einer militärischen Dienstleistung für 6 Wochen.
Der Gesundheitszustand der Schüler der Gymnasialklassen war im ganzen ein günstiger, dagegen mufsten die Schüler der Vorschule besonders in der untersten Klasse die Lehrstunden öfters wegen Unwohlseins versäumen.
2. Veränderungen im Lehrkörper.
Mit Schlufs des Sommerhalbjahres schieden nach Ableistung ihres Probejahres aus die Kandidaten Dr. Stöcker und Lesser. Nach den Herbstferien traten das Probejahr an die Kandidaten Wilhelm Armbröster, Arthur Fuckelund Joseph Schnädter. Zu gleicher Zeit trat auf seinen Wunsch Kandidat K. Blümlein als unbesoldeter Hülfslehrer in den Verband des Lehrerkollegiums wieder ein, welchem er in den Jahren 1888— 91 angehort hatte. Zur Vertretung des erkrankten Prof. Krebs war Kandidat Dr. Gebhard im Herbst der Anstalt überwiesen worden. Auf seine Bitte wurde er jedoch, als er nach vierwöchiger Thätigkeit selbst an der Influenza erkrankte, von seinem Auftrage entbunden. Statt seiner übernahmen die Lehrstunden von Prof. Krebs gröſstenteils die Kandidaten Dr. Aust und Armbröster. Den Unterricht im Hebräischen erteilte seitdem Oberlehrer Hauschild vom hiesigen städtischen Gymnasium, welcher sich hierzu mit sehr dankenswertem Entgegen- kommen erboten hatte.
3. Schulfeste und Ahnliches.
Die patriotischen Gedenktage, der 15. Juni, der 18. Oktober und der 9. Mäarz wurden in herkömmlicher Weise von der Schule mit Andacht und Vortrag begangen. Der Sedantag wurde am 1. September unter zahlreicher Beteiligung von Angehôrigen unserer Schüler bei herrlichem Wetter in Wilhelmsbad bei Hanau mit Turnspiel und Gesang gefeiert:
Am 15. und 16. Dezember wurde in der Aula von Primanern die Antigone von Sophokles in der Bearbeitung von A. Wilbrandt mit warmer Hingabe und anerkennenswertem


