Aufsatz 
Über die Interferenzerscheinungen und primären Gebilde feiner und regelmäßiger Wellensysteme tropfbarer Flüssigkeiten und ihre Darstellung auf dioptrischem Wege
Entstehung
Einzelbild herunterladen

18

Wir betrachten zunächst eines der wichtigsten Organe des Apparates, den Mechanismus zur Erregung der Wellen. Auf der oberen Seite des Behälters A, in der Nähe der hin- teren Wand desselben, ist eine starke messingene Welle aa gelagert. Von dem einen Ende dieser Welle erstreckt sich ein Arm ac abwärts, dessen unteres Ende mit einem stäh- lernen Haken oder Einfall c versehen ist. Der letztere wird durch eine Feder cd, deren Spannung sich mit Hülfe der Schraube s reguliren lässt, gegen die schrägen Zähne eines Rades m von 3 Centimeter Durchmesser gedrückt. Die Axe dieses Zahnrades steht mit einem in der Abbildung nicht sichtbaren, durch Federkraft getriebenen Uhrwerk in Ver- bindung, und es ist die Anordnung getroffen, dass das Rad leicht von seiner Axe abgenommen und durch ein anderes mit mehr oder weniger Zähnen versehenes ersetzt werden kann. Die Achse aa besitzt in ihrer Mitte eine horizontale Durchbohrung. In diese befestigt man mit Hülfe der Flügel- mutter f entweder einfache elastische Drähte, deren abwärts gebogene freie Enden senkrecht in den Wasserspiegel tauchen, oder Drähte, welche als Träger regelmässiger Polygone oder sonst gestalteter in die Wasserfläche eintauchender Figuren dienen. Setzt man nun das schräg gezahnte Rad durch Aus- lösung des Uhrwerks in langsame Rotation, so erschüttert das jedesmalige Einfallen des Hakens c in die Zähne des Rades den in die Achse eingespannten Draht und macht ihn vibriren. Dabei lässt sich die Umdrehungsgeschwindigkeit des Rades so reguliren, dass der Haken einfällt, bevor die durch sein unmittelbar vorhergehendes Einfallen erzeugten Oscillationen des elastischen Drahtes aufgehört haben.

In den Boden des Behälters ist eine durchsichtige Glas- tafel g eingekittet und unter dieser ein unter 45⁰ geneigter Planspiegel Dangebracht. Bedeckt man die Glastafel mit einem Bogen feinen Briefpapiers, beschwert dieses mit einem leichten Messingrahmen, und lässt nun die Lichtstrahlen von oben auf die wellende Wasserfläche fallen, so bildet sich das Inter- ferenzphänomen in Gestalt unbeweglicher Lichtlinien sehr schön auf dem transparenten Boden ab und kann nun im