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Anspruch genommen, der im eigenen Namen für Rechnung seines Auftraggebers(Kommit- tenten) Geschäfte abschliesst. Ob sich nun seine Einwirkung auf den Einkauf oder Verkauf der Waren erstreckt, immer sind es seine durch langen Aufenthalt an wichtigen Handels- plätzen gewonnenen Erfahrungen, die Kenntnisse der localen Verhältnisse seines Wohn- sitzes, die ihn zu einem wichtigen Teile der Handelsorganisation machen.
Besondere Gewandtheit und Erfahrung ist aber auch dazu notwendig, Kunden zu gewinnen und sie zu Geschäftsabschlüssen zu animieren; auch diese Funktionen haben sich zu selbständigen Berufen erhoben: es entstand das Agenturwesen, das sich mit der Ver- mittlung von Geschäften zwischen Kaufleuten ausschliesslich befasst.
Die Vortheile der Specialisierung der geschäftlichen Erfahrungen führten auch zur Ausbildung des Speditionswesens. Die Ermittlung der geeignetsten Transportwege, der Verkehr mit den Transportanstalten setzen besondere Kenntnisse voraus, über welche jemand nur dann verfügt, weun er sich berufsmässig mit solchen Arbeiten befasst. Der Kaufmann vermag diese Erfahrungen in der Regel nicht zu erlangen; deshalb bedient er sich des Spediteurs, der seine Warentransporte besorgt und den Verkehr mit dem Frachtführer übernimmt.
So wird also die Arbeit des Kaufmanns in steigendem Masse auf Kauf und Wieder- verkauf und auf sein Geschäftslokal beschränkt. Von hier leitet er seine Operationen, hier empfängt er Nachrichten zu seiner Orientierung, von hier erteilt er die nötigen Weisungen. und während andere mit der Ausführung derselben beschäftigt sind, schliesst er neue Geschäfte ab..
Die Arbeitsteilung, welche zunächst einige chemals vom Kaufmanne geleisteten Teilarbeiten zu besonderen Berufen verselbständigte, hat auch die Handelsthätigkeit selbst ergriffen und gwei Glieder entstehen lassen, welche sich nach den Funktionen, die sie verrichten, von einander scheiden. Den Anstoss dazu gab das Fortschreiten der Gross- betriebe im Handelsgewerbe. Solche finden sich wohl schon im 15. Jahrhunderte vor, sie sind hier aber auf wenige, für den internationalen Verkehr bestimmte Unternehmungen beschränkt; erst das 19. Jahrhundert führte zur Ausbreitung der grossen Handelsbetriebe. Sie charakterisieren sich durch ein grosses Kapital, einen grossen Umsatz und durch eine hervortretende kanfmännische Schulung des Unternehmers, dem zur Verrichtung der Kontor- arbeiten geschulte Hilfskräfte zur Seite stehen.¹) Ihnen musste das grosse, nach Umsat⸗ strebende Kapital sowie die auf stetige Ausdehnung des Betriebes gerichtete Thätigkeit des Leiters eine Stellung verleihen, durch welche sie sich von den kleinen Betrieben wesentlich abhoben. Dem Einkaufe im Grossen konnte der in geringfügigen Mengen sich vollziehende Absatz an das Publikum nicht genügen. Der Grossbetrieb beschränkte sich daher immer mehr auf den Verkauf im Grossen und überliess dem Kleinbetriebe den Ver- kauf in kleinen Mengen. Dadurch ist der Handel in zwei Sphären geschieden: in Gross- handel und Detailhandel.
Der Grosshandel(Handel en gros) kauft beim Producenten und liefert an Fabrikanten, Handwerker und Detailhändler, kurz an Personen, welche die Ware nicht zum eigenen Ver-
¹) Zuckermandel, Art. Gross- und Kleinbetrieb in Elster, Wörterb. d. Volksw.


